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Allgemein / 5. April 2021

Upcycling im Gerüstbau

Upcycling

Upcycling im Gerüstbau – neues Leben für ausgediente Werbeplanen

 

Haben Sie sich schon einmal überlegt, mit Werbeplanen am Körper durch die Stadt zu bummeln? Keine Sorge, wir sind hier noch alle klar bei Verstand, es geht uns allein um Nachhaltigkeit im Gerüstbau. Zum Wohl der Umwelt gehen wir Unternehmer gerne auch einmal ungewöhnliche Wege, wie dieses interessante Projekt zeigt.

Wenn der Nutzen verloren geht

Jeder Unternehmer weiß: ohne Werbung geht es nicht. Das gilt für den Gerüstbau ebenso, wie für den Supermarkt an der Ecke, das Designerlabel oder die Handy-Marke. Aus diesem Grund bringen wir an unseren Gerüsten häufig Werbeplanen an. Vorbeilaufende Passanten erfahren dadurch mehr über uns, unseren Namen und wie sie uns kontaktieren können.

Mit den Jahren sind unsere Servicedienstleistungen jedoch gewachsen, sodass aus dem kleinen Gerüstbau-Unternehmen die heutige Gemeinhardt Service GmbH wurde. Heißt das jetzt, dass wie alle Planen mit der alten Firmierung auf den Müll werfen? Nein, gewiss nicht. Wir stehen für Nachhaltigkeit und haben uns da etwas überlegt. Statt Wegwerfen oder Recyceln der einzelnen Bestandteile setzen wir auf das Upcycling, also das Umgestalten der Werbeplanen in neue Funktionen.

Die Suche nach dem richtigen Produkt

Das richtige Produkt zu finden, um den Gerüstbau-Werbeplanen einen neuen Zweck zu geben, war gar nicht so einfach. Im Sinne der Nachhaltigkeit muss die neue Verwendung ja Sinn ergeben, sonst würden die neuen Produkte auch nur auf dem Müll landen.

Wir fragten uns, was ein pfiffiger Unternehmer aus Werbeträgern herstellen kann, die mit 600 Gramm pro Quadratmeter so dick wie LKW-Planen sind. Vorteil des Materials ist, dass es wasserabweisend, robust, formstabil und leicht zu reinigen ist – alles Eigenschaften, auf die auch ein ganz bestimmtes Produkt angewiesen ist.

Taschen – unser Gewinner in Sachen Nachhaltigkeit

College-, Strand- und Einkaufstaschen haben für uns das Rennen um die Nachhaltigkeit gewonnen. Sie sind ständig hohen Belastungen ausgesetzt, leben von der Vielfalt neuer Muster und Drucke und schützen wertvollen Besitz oder wichtige Dokumente.

Fahrrad-Kuriere freuen sich ebenso über eine hohe Qualität, wie Pizza-Lieferdienste, Outdoor-Sportler oder Strand-Touristen. Blieb nur noch die Suche nach einem kompetenten Partner, der für uns das Upcycling übernimmt. Nach kurzem Umsehen in unserem Unternehmer-Netzwerk BNI war die richtige Schneiderin für diesen Job schnell gefunden.

Tanja Weitz – die kleine Hummel aus Leipzig

Tanja Weitz kennen wir schon seit einigen Jahren über das Business Netzwerk BNI und die ihre Internet-Seite. Sie hat uns mit ihrem handwerklichen Geschick überzeugt und ihrem professionellen Auge für interessante Stoffe, Farben und Muster. In ihren fähigen Händen liegt es nun, im Sinne der Nachhaltigkeit aus den alten Werbeplanen modische Accessoires zu zaubern. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf die ersten Exemplare.

Häufig ist es einfacher als gedacht, etwas für die Umwelt zu tun. Als Unternehmer ist das Upcycling auf jeden Fall die wirtschaftlichere Variante, mit vermeintlichem Gerüstbau-Müll umzugehen. Doch neben dem Unternehmer bin ich auch ein Teil dieser Umwelt. Als dieser Teil freue ich mich, meinen Beitrag zum Erhalt unserer gemeinsamen Umwelt zu leisten.

Ihr Dirk Eckart

Allgemein / 22. März 2021

Superhelden mit Exoskelett – Gerüstbau der Zukunft

Exoskelett

Superhelden mit Exoskelett – Gerüstbau der Zukunft

Haben Sie die Filme Aliens, Avatar oder Exo-Man gesehen? Dann kennen Sie bereits Hollywoods Idee von einer mechanisch unterstützten Zukunft. Das Arbeiten mit einem Exoskelett liegt jedoch näher, als Sie glauben. Zusammen mit der Technischen Universität Dresden testen wir schon heute, wie wir unseren Mitarbeitern im Gerüstbau mit innovativen Außen-Skeletten die Arbeit erleichtern.

Ermüdendes Arbeiten über Kopf

Die Höhe ist ein entscheidender Faktor im Gerüstbau. Unsere Mitarbeiter schaffen täglich die Grundlage dafür, dass Arbeiter an Decken, Fassaden und Brücken ihrer Arbeit nachgehen können. Das Material für die stabilen Gerüste ist jedoch schwer und muss mühsam händisch von Etage zu Etage gehoben werden. Nur durch Teamarbeit, Fitness und Ausdauer gelingt die schwierige Gerüstmontage.

An langen Tagen und bei großen Gerüstbau-Projekten besteht natürlich die Gefahr, dass die Kräfte langsam schwinden oder die Aufmerksamkeit nachlässt. Das ist ein gefährlicher Zeitpunkt für die Sicherheit unserer Mitarbeiter. Wäre es nicht toll, wenn ein Exoskelett ein Teil der Arbeit übernehmen und so die Kräfte unserer Mitarbeiter schonen würde? Gemeinsam mit der TU Dresden testen wir genau daher ein wendiges Exoskelett für den Gerüstbau.

Die Arbeitskleidung der Zukunft

Wer bei einem Exoskelett jetzt an das Power Loader Exoskeleton aus Aliens denkt oder an den Amplified Mobility Suit aus Avatar, der ist den Fantasien aus Hollywood erlegen. Diese Exoskelette haben wenig mit den leichten, bequemen Wundern ausgeklügelter Ingenieurskunst zu tun, die wir im Gerüstbau testen.

Das passive Exoskelett der Zukunft ist dafür ausgelegt, die auftretenden Kräfte mittels einer mechanischen Konstruktion über dem Schwerpunkt des Körpers zu halten und über die Wirbelsäule an den Boden zu leiten. Mitarbeiter legen bei der Arbeit über dem Kopf ihre Arme sozusagen auf dem Exoskelett ab, anstatt die schweren Teile über Muskelkraft zu halten. Energie wird dafür nahezu keine verbraucht.

Sicherheit durch Innovation

Was unsere Auszubildenden des 1. Lehrjahres in Zusammenarbeit mit der TU Dresden für den Gerüstbau gerade testen, sind Beweglichkeit, Einsatz und Brauchbarkeit der Exoskelette. In Zukunft sollen sie als Erweiterung der Arbeitsschutzmaßnahmen dienen, damit unsere Mitarbeiter jederzeit in der Lage sind, konzentriert und sicher mit dem schweren Material aus Stahl und Holz umzugehen. Wenn die Arbeit dadurch leichter fällt und attraktiver wird, ist das ein gern gesehener Nebeneffekt.

Wie die Prototypen zeigen, ist die Zukunft schon zum Greifen nah. Bis ein Exoskelett jedoch zum gewohnten Bild auf deutschen Baustellen wird, müssen wir noch das eine oder andere Gestänge von Hand hinauf wuchten. Doch auch ohne technische Hilfsmittel sind unsere Mitarbeiter für uns schon heute Superhelden.

Ihr Dirk Eckart

Allgemein / 12. August 2019

Meine Zahlen für 2019

Zahlen

Gastbeitrag von Nicole Lange

6,7,8 – das sind meine Zahlen für 2019 die mich durch das Jahr begleiten werden.

Doch was haben diese auf sich?

Seit fast 6 Jahren (Oktober) arbeite ich bei der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH in Roßwein.

Am Anfang habe ich noch Baustellenunterlagen in Papierform eingescannt und digitalisiert, habe meine Kollegen oft um Hilfe fragen müssen und stand auch schon manchmal davor, aufzugeben.

Doch das hatte ich nicht, denn ich habe für meine Tochter zu sorgen.

Nun lege ich sämtliche Unterlagen direkt digital ab, denn jeder Kolonnenführer hat ein Tablet zum Ausfüllen. Ich arbeite in unserer Mitarbeiter-App, mit OneNote und OneDrive. Ich habe auch, und das macht mich sehr stolz, eine Urkunde mit dem Titel „Direktorin des ersten Eindrucks“ erhalten.

Also man sieht, wenn man den Mut nicht verliert, kann man vieles erreichen.

Die Zahl 7 steht für die Jahre, in der mein Mann und Papa meiner Tochter tot ist. Es war ein harter Schlag. Auch er hat bei der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH als Gerüstbauer gearbeitet. Er bekam von der Firma die Möglichkeit seinen LKW-Führerschein zu machen und auch bei unserer Hochzeit 2010 war sein Chef Dirk Eckart mit vor Ort.

Zur Beerdigung 2012 kam eine Vielzahl von Menschen, auch Arbeitskollegen und beide Chefs Walter Stuber & Dirk Eckart waren da und nahmen Anteil. Ein sehr bewegender Moment für mich.

In diesen Momenten fehlte mir oft Mut und Kraft weiter zu machen, aber ich hatte viele Freunde um mich herum die mir geholfen haben, über diese schwere Zeit hinwegzukommen.

Die Zahl 8 steht für meine Tochter, diese wird jetzt im Mai 8 Jahre alt und ist mein allergrößter Schatz. Sie erinnert mich sehr an ihren Vater und als ich sie mal fragte, wo sie denn einmal arbeiten möchte, sagte sie: „Ich möchte auch einmal bei Gemeinhardt Gerüstbau arbeiten“. Auch bei ihr brauche ich manchmal viel Mut & Ausdauer, um mich durchzusetzen und ihren süßen Kulleraugen zu widerstehen.

Wie ihr seht, sind meine Mut-Zahlen für 2019 die 6, die 7, und die 8.

Scheitern? Das ist mir nie begegnet. Alles, was mir begegnete, waren vorübergehende Rückschläge.

Bill Marriot

Allgemein / 18. März 2019

Arbeit soll Freude machen – Über Feedback zur Leistungssteigerung

Leichter, bequemer, interessanter – so soll der Arbeitsalltag Ihrer Mitarbeiter sein. Was Sie dafür benötigen, ist das Feedback aus einer Mitarbeiter-Umfrage. In meinen Mutmacher-Büchern ermuntere ich junge Unternehmer zum Einstieg in die Selbstständigkeit; ein wichtiger Schlüssel ist dabei ein offenes Ohr für die Wünsche und Sorgen der Angestellten. Weil viele Köpfe besser als einer sind, tragen die gesammelten Ideen und Vorschläge zu einem besseren Miteinander und höherer Produktivität bei. Ihre Mitarbeiter werden die Verbesserungen zu Schätzen wissen.

Umfrage zum Arbeitsalltag als Gerüst für Mitarbeitervertrauen

Wenn ich bei der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH eine Umfrage zum Arbeitsalltag starte, bin ich neugierig zu erfahren, wie meine Mitarbeiter die Arbeit auf dem Gerüst, im Büro, bei den Anfahrten zu unseren Kunden und im Umgang untereinander sehen. Läuft alles, wie sie sich den Gerüstbau vorgestellt haben, sind sie zufrieden mit den Arbeitsbedingungen oder sehen sie einen konkreten Verbesserungsbedarf?

Ob jemandem seine Arbeit Freude bereitet oder er sie als notwendiges Übel ansieht, liegt manchmal an kleinen Details. Häufig sind es Gepflogenheiten, die sich über Jahre hinweg in den Arbeitsablauf eingeschlichen haben. Kaum einer schenkt ihnen Beachtung, obwohl sie täglich die Stimmung auf dem Gerüst beeinflussen. Was dem einen eklatant ins Auge sticht, mag für mich oder einen Kollegen schlicht im Nebel der Gewohnheit untergehen. Deswegen ist das Mitarbeiter-Feedback so wichtig für mich.

Feedback als Werkzeug

Aus der Sicht eines Gerüstbauers kann ich sagen, Feedback ist Hammer, Doppelratsche und Wasserwaage in einem für mich. An den Antworten der Umfrage sehe ich, an welchen Stellen es etwas geradezurücken gibt und wo die Firma auf sicherem Fundament steht. Würde ich diese Informationen persönlich und fortlaufend abfragen, müsste ich jeden meiner Mitarbeiter auf dem Gerüst nerven, am besten sogar täglich. Seine Arbeit würde dabei keiner von uns mit der nötigen Sorgfalt erledigen.

Wichtig für den Erfolg bei zukünftigen Verbesserungen sind offene und ehrliche Antworten bei der Umfrage. Niemandem ist geholfen, wenn relevante Themen verschwiegen oder über vorhandene Reibungspunkte gelogen wird. Ich rege daher zur Ehrlichkeit an und mache Mut zur Offenheit. Einen Butler zum Tragen schwerer Gerüstteile kann ich natürlich niemandem versprechen. Was im Rahmen der Vernunft möglich ist, ziehe ich aber definitiv in Erwägung.

Wer mitmacht profitiert am meisten

Ich bin fest davon überzeugt, dass jedes Unternehmen von einem positiven Arbeitsklima profitiert. Wenn Mitarbeiter jeden Tag fröhlich zur Arbeit kommen, hinterlässt das auch einen guten Eindruck bei unseren Kunden. Zufriedene Kunden sind in der Folge auch eher geneigt, uns mit ihren zukünftigen Aufträgen zu beauftragen. Ein Gewinn für alle Seiten.

Deshalb ist es so wichtig, dass alle Mitarbeiter bei der Umfrage mitmachen. Eine Idee zur Arbeitserleichterung mag dem einen vielleicht zu gering erscheinen, um sie in der Umfrage zu erwähnen. Einem Anderen mag sie das Arbeitsleben stark bereichern. Mitarbeiter helfen durch das Zusammentragen der Ideen nicht nur sich selbst, sondern allen Kollegen auf dem Gerüst und im Büro. Schließlich sitzen wir alle in einem Boot, Mitarbeiter, Chefs und auch die Zulieferer und Kunden.

Schreibt ihnen Dirk Eckart

Allgemein / 16. Juli 2018

Handwerk in Seenot

Handwerk in Seenot

Eine Reise nach Berlin, eine Dampferfahrt auf der Spree und ein Kapitän in Nöten – die schwierigen Herausforderungen im Spezialgerüstbau, die ein Kurzurlaub für ein paar Tage verdrängen sollte, holte uns auf den Gewässern der Hauptstadt wieder ein. Alleingelassen von Fach- und Saisonkräften kämpft ein verzweifelter Kapitän in der Touristikbranche mit einem Problem, unter dem der Spezialgerüstbau ebenfalls leidet. Man könnte auch sagen: Handwerk in Seenot.

Kurzurlaub mit Spreerundfahrt

Ein entspannter Kurzurlaub in der Bundeshauptstadt sollte im Juni 2018 die Kraftreserven auffüllen und uns wieder fit für die harte Arbeit im Spezialgerüstbau machen. Eines der Highlights war eine knapp vierstündige Entdeckerfahrt auf der Spree, rund um das Bundeskanzleramt, die Museumsinsel, den Osthafen und den Landwehrkanal.

Gut besucht, legte das Schiff nur mit Kapitän und seiner eifrigen Ehefrau im Catering ab. Die Bewirtung war erstklassig, mit eisgekühlten Getränken und einem wohlschmeckenden Angebot an Speisen. Der Landwehrkanal blieb jedoch gesperrt; der Schleuse fehlte aus Krankheitsgründen das Personal. Einige Fahrgäste verließen daraufhin verärgert das Schiff, sich lauthals beim Kapitän und seiner Ehefrau beschwerend. Dabei waren sie nun wirklich frei von Schuld.

Alle Mann von Bord

Unser Spreekapitän und seine Frau mussten den Ärger der Touristen einstecken und dabei noch die Arbeit einer kompletten Besatzung verrichten. Es stellte sich im Gespräch heraus, dass auch sie von allen angekündigten Saisonkräften versetzt wurden. So kümmerten sich neben dem Kapitän nicht vier weitere Personen um Technik und das leibliche Wohl der Fahrgäste, sondern nur das geplagte Ehepaar allein.

Dieses Problem der unzuverlässigen Saisonkräfte und einem Nachwuchs, der den Berufen im Handwerk fernbleibt, teile ich im Spezialgerüstbau mit Unternehmern fast aller Handwerksberufe. Wie der Kapitän den Verpflichtungen gegenüber seiner Reederei geradestehen muss, so muss auch ich als Unternehmer Verträge einhalten und meine 45 Mitarbeiter bezahlen. Ohne zuverlässiges Personal, welches auch in schwierigen Zeiten an Bord bleibt, ist das unmöglich.

Bedroht, aber nicht am Ende

Das Handwerk gerät schleichend in Vergessenheit. Das ist eine bedrohliche Entwicklung, denn in der Baubranche sitzen wir alle in einem Boot: der Spezialgerüstbau, die Maurer, Zimmerleute, Klempner, Elektriker und Dachdecker. Doch auch Bäcker, Maler und Fleischer sind vom Fachkräftemangel betroffen. Für den Nachwuchs sind diese Berufe unattraktiv geworden.

Den jungen Berufsanfängern mache ich keinen Vorwurf. Sie wählen, was gerade attraktiv klingt und interessante Aufgaben verspricht. Es liegt daher an uns, an jedem Einzelnen, die Vorteile und aufregenden Aspekte unseres Handwerks den Kindern, Enkeln und Geschwistern zu vermitteln.

Wenn wir in Häusern statt Höhlen leben wollen, wenn wir Brot statt Getreide essen möchten und wenn wir uns nach Farbe statt grauen Beton gelüstet, dann ist unser Handeln gefragt. Lasst uns damit beginnen, unsere Jugend erneut für unsere aufregenden Handwerksberufe zu begeistern.

Dirk Eckart