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Dirk Eckart - Mein Blog zum Thema Gerüstbau / 29. Juni 2021

Normal ist das nicht

Bauholz

Normalität nach Corona - wie sehr wünschen wir uns ein Stückchen dieser Normalität zurück. Im Gerüstbau und der gesamten Baubranche sehnen wir die Zeiten herbei, wenn wir endlich wieder voll durchstarten können. Doch wie es aussieht, wird es mit der Normalität wohl noch etwas warten müssen. Ein neues Schreckensgespenst droht dem Gerüstbau in Sachsen mit einer Verlängerung des Stillstands. 

Das Material ist knapp 

Erst durften wir pandemiebedingt nicht arbeiten, jetzt können wir nicht arbeiten. Grund dafür ist der Mangel an Material in der gesamten Baubranche. Kaum ein Baustoffunternehmen ist noch in der Lage, dringend benötigten Stahl oder Bauholz zu beschaffen. Wer noch Restbestände eingelagert hat, verkauft diese jetzt zu exorbitanten Preisen. Bis zum dreifachen Preis ist das begehrte Material mittlerweile gestiegen, ohne das im Gerüstbau gar nichts geht. 

Da eine Verbesserung der Lage noch in ferner Zukunft liegt, stellt die Baubranche wieder auf Kurzarbeit um – und das bei vollen Auftragsbüchern. Erste Insolvenzen hat die Material-Knappheit auch schon nach sich gezogen. Schlimm ist dabei vor allem der Vertrauensverlust. Wenn wir unseren Kunden in Sachsen erklären müssen, dass Angebote nur für einen sehr kurzen Zeitraum gültig sind, stoßen wir nicht immer auf Verständnis. 

Gründe für die Krise in der Krise 

Mit Corona hat die Material-Verknappung noch nicht einmal etwas zu tun. China und die USA kaufen zurzeit den gesamten Markt leer. Das hat zum einen mit Chinas angelaufener Holzbauoffensive zu tun, zum anderen mit dem Exportstopp, den Russland für seine Holzreserven ausgesprochen hat. Dagegen kauft die Baubranche in den USA unsere letzten Material-Reserven auf, weil sie nach Waldbränden in Kalifornien und Schädlingsbefall in Kanada mit riesigen Produktionsausfällen zu kämpfen hat. 

Mit so gewaltigen Kontrahenten ist es klar, dass die Baubranche in Deutschland und natürlich auch der Gerüstbau in Sachsen das Nachsehen haben. Um unsere reichlich vorhandenen Aufträge erfüllen zu können, müssen wir den horrenden Preisforderungen nachgeben und auch selbst höhere Preise verlangen. Weder für den Aufschwung nach Corona, noch für Hausbauer in Sachsen ist das eine akzeptable Situation. 

Nur langfristige Lösungen in Sicht 

Tagespreise wie beim Öl oder Gold werden wir bei unserem dringend benötigten Gerüstbau-Material wohl noch eine Weile erdulden müssen. Auch wenn uns Sachsen häufig Einfallsreichtum und Unternehmergeist nachgesagt werden, so ist die Material-Knappheit vor allem etwas, das nur europaweit für die Baubranche geregelt werden kann. Lösungsansätze dafür liegen schon jetzt auf dem Tisch. 

Eine Möglichkeit ist die Schaffung eines europäischen Großhandelspreisindex für Holzprodukte, so wie beim Stahl. Für den Umweltschutz wäre ein Verbot klimaschädlicher Holzexporte aus Europa ein denkbarer Weg. Neue Nassholzlager würden Schwankungen abfedern und die Verfügbarkeit am heimischen Markt verbessern. 

Zusätzlich sind Unternehmer in Sachsen gut beraten, wenn sie die regionale Wertschöpfung stärken, zum Beispiel durch das verstärkte Netzwerken mit Waldbesitzern und Sägewerken. Auch das verstärkte Nutzen von Kalamitätsholz ist im Gerüstbau denkbar, da das Holz oft nur optische Mängel aufweist. 

Glücklich ist mit der angespannten Situation derzeit niemand. Bis sich die Lage für die Baubranche entspannt, heißt es jedoch noch viel Aufklärungsarbeit für unsere Mitarbeiter und Kunden zu leisten. 

Ihr Dirk Eckart  

Allgemein / 1. Juni 2021

Karriere im Handwerk – eine gute Idee

Karriere im Handwerk

Karriere im Handwerk - eine gute Idee 

84 % aller Handwerker sind stolz auf ihre Arbeit. Das Forschungsprojekt “Handwerksstolz” der Uni Göttingen fand 2018 heraus, was Handwerker schon lange wissen. Eine Ausbildung im Handwerk ist eine Ausbildung zum glücklich sein. Das Beste daran: Handwerker werden fast überall händeringend gesucht. 

Die Renaissance des Handwerks 

Handwerk gab es schon immer und wird es auch immer geben. Was sich im Laufe der Jahre allerdings veränderte, sind die Aufgaben. Noch vor weniger als hundert Jahren füllten Handwerker riesige Fabrikhallen, um durch Massenproduktion den ständig wachsenden Bedarf unserer Gesellschaft zu decken. In der industriellen Revolution verlagerte sich diese oft eintönige Arbeit jedoch fast komplett in den maschinellen Sektor. 

Das Geschick der Handwerker blieb gefragt und sie bekommen jetzt die Möglichkeit, ihr Können wieder stärker auf Qualität und individuelle Einzelarbeiten auszurichten. Als gesuchte Fachkräfte leisten sie heute, wozu Maschinen niemals imstande sind. Qualität statt Massenproduktion und Köpfchen beim Arbeiten – das sind die Werte, die in einer Ausbildung im Handwerk stark gesucht sind. Abwechslungsreiche und interessante Aufgaben bietet jedes Handwerk, ob im Gerüstbau, beim Dachdecken oder als Schreiner. 

Glücklich durch die Karriere im Handwerk 

Woher kommt es nun, dass Handwerker durch die Bank angeben, dass Sie stolz auf Ihre Arbeit sind und glücklich im Beruf? Worin liegen die Unterschiede zu einem trockenen Bürojob, in denen Angestellte tagein, tagaus das Gleiche machen? Laut Forschungsprojekt gibt es dazu drei Antworten. 

In kaum einem anderen Job steht das lebenslange Lernen so im Vordergrund, wie bei einer Karriere im Handwerk. Mit jedem neuen Auftrag lernen wir ein wenig hinzu, üben unsere Handgriffe und spielen uns aufeinander ein. 

Die täglichen Erfolgserlebnisse sind der zweite Faktor. Handwerker stellen nützliche Dinge her, auf die wir gerne zurückblicken. Wenn unser Gerüstbau die Sanierung einer Brücke ermöglicht oder den Bau eines neuen Gebäudes, dann blicken wir stolz darauf zurück und denken: “Diese Brücke habe ich mitgebaut.” 

Der dritte Punkt betrifft den Umgang mit Menschen und Materialien. Sie arbeiten jeden Tag mit Holz, Stein, Metall oder anderen spannenden Materialien und gestalten individuelle Lösungen. Schon während der Ausbildung haben sie Kundenkontakt und erfahren hautnah, wie Kunden die von ihnen geschaffenen Arbeiten erleben und nutzen. 

Rosige Aussichten für die Zukunft 

Am Start ihrer Ausbildung blicken viele junge Menschen in eine aufregende, wenn auch manchmal ungewisse Zukunft. Gerade im Gerüstbau wissen wir jedoch, dass die Redensart “Handwerk habe goldenen Boden” durchaus richtig ist. Wer die Herausforderung meistert, sich immer wieder auf neue, aufregende und interessante Aufgaben einzulassen, dem sind in seiner Handwerks-Karriere kaum Grenzen gesetzt. 

Ich bin davon überzeugt, dass Handwerker in Zukunft höher angesehen und besser bezahlt sein werden, als Büro- oder Verwaltungsangestellte. Zusammen mit dem hohen Gefühl der Zufriedenheit sind das gute Gründe für eine Ausbildung im Gerüstbau oder einem anderen Handwerk. 

Ihr Dirk Eckart  

Allgemein / 5. April 2021

Upcycling im Gerüstbau

Upcycling

Upcycling im Gerüstbau – neues Leben für ausgediente Werbeplanen

 

Haben Sie sich schon einmal überlegt, mit Werbeplanen am Körper durch die Stadt zu bummeln? Keine Sorge, wir sind hier noch alle klar bei Verstand, es geht uns allein um Nachhaltigkeit im Gerüstbau. Zum Wohl der Umwelt gehen wir Unternehmer gerne auch einmal ungewöhnliche Wege, wie dieses interessante Projekt zeigt.

Wenn der Nutzen verloren geht

Jeder Unternehmer weiß: ohne Werbung geht es nicht. Das gilt für den Gerüstbau ebenso, wie für den Supermarkt an der Ecke, das Designerlabel oder die Handy-Marke. Aus diesem Grund bringen wir an unseren Gerüsten häufig Werbeplanen an. Vorbeilaufende Passanten erfahren dadurch mehr über uns, unseren Namen und wie sie uns kontaktieren können.

Mit den Jahren sind unsere Servicedienstleistungen jedoch gewachsen, sodass aus dem kleinen Gerüstbau-Unternehmen die heutige Gemeinhardt Service GmbH wurde. Heißt das jetzt, dass wie alle Planen mit der alten Firmierung auf den Müll werfen? Nein, gewiss nicht. Wir stehen für Nachhaltigkeit und haben uns da etwas überlegt. Statt Wegwerfen oder Recyceln der einzelnen Bestandteile setzen wir auf das Upcycling, also das Umgestalten der Werbeplanen in neue Funktionen.

Die Suche nach dem richtigen Produkt

Das richtige Produkt zu finden, um den Gerüstbau-Werbeplanen einen neuen Zweck zu geben, war gar nicht so einfach. Im Sinne der Nachhaltigkeit muss die neue Verwendung ja Sinn ergeben, sonst würden die neuen Produkte auch nur auf dem Müll landen.

Wir fragten uns, was ein pfiffiger Unternehmer aus Werbeträgern herstellen kann, die mit 600 Gramm pro Quadratmeter so dick wie LKW-Planen sind. Vorteil des Materials ist, dass es wasserabweisend, robust, formstabil und leicht zu reinigen ist – alles Eigenschaften, auf die auch ein ganz bestimmtes Produkt angewiesen ist.

Taschen – unser Gewinner in Sachen Nachhaltigkeit

College-, Strand- und Einkaufstaschen haben für uns das Rennen um die Nachhaltigkeit gewonnen. Sie sind ständig hohen Belastungen ausgesetzt, leben von der Vielfalt neuer Muster und Drucke und schützen wertvollen Besitz oder wichtige Dokumente.

Fahrrad-Kuriere freuen sich ebenso über eine hohe Qualität, wie Pizza-Lieferdienste, Outdoor-Sportler oder Strand-Touristen. Blieb nur noch die Suche nach einem kompetenten Partner, der für uns das Upcycling übernimmt. Nach kurzem Umsehen in unserem Unternehmer-Netzwerk BNI war die richtige Schneiderin für diesen Job schnell gefunden.

Tanja Weitz – die kleine Hummel aus Leipzig

Tanja Weitz kennen wir schon seit einigen Jahren über das Business Netzwerk BNI und die ihre Internet-Seite. Sie hat uns mit ihrem handwerklichen Geschick überzeugt und ihrem professionellen Auge für interessante Stoffe, Farben und Muster. In ihren fähigen Händen liegt es nun, im Sinne der Nachhaltigkeit aus den alten Werbeplanen modische Accessoires zu zaubern. Ich bin schon sehr gespannt und freue mich auf die ersten Exemplare.

Häufig ist es einfacher als gedacht, etwas für die Umwelt zu tun. Als Unternehmer ist das Upcycling auf jeden Fall die wirtschaftlichere Variante, mit vermeintlichem Gerüstbau-Müll umzugehen. Doch neben dem Unternehmer bin ich auch ein Teil dieser Umwelt. Als dieser Teil freue ich mich, meinen Beitrag zum Erhalt unserer gemeinsamen Umwelt zu leisten.

Ihr Dirk Eckart

Allgemein / 22. März 2021

Superhelden mit Exoskelett – Gerüstbau der Zukunft

Exoskelett

Superhelden mit Exoskelett – Gerüstbau der Zukunft

Haben Sie die Filme Aliens, Avatar oder Exo-Man gesehen? Dann kennen Sie bereits Hollywoods Idee von einer mechanisch unterstützten Zukunft. Das Arbeiten mit einem Exoskelett liegt jedoch näher, als Sie glauben. Zusammen mit der Technischen Universität Dresden testen wir schon heute, wie wir unseren Mitarbeitern im Gerüstbau mit innovativen Außen-Skeletten die Arbeit erleichtern.

Ermüdendes Arbeiten über Kopf

Die Höhe ist ein entscheidender Faktor im Gerüstbau. Unsere Mitarbeiter schaffen täglich die Grundlage dafür, dass Arbeiter an Decken, Fassaden und Brücken ihrer Arbeit nachgehen können. Das Material für die stabilen Gerüste ist jedoch schwer und muss mühsam händisch von Etage zu Etage gehoben werden. Nur durch Teamarbeit, Fitness und Ausdauer gelingt die schwierige Gerüstmontage.

An langen Tagen und bei großen Gerüstbau-Projekten besteht natürlich die Gefahr, dass die Kräfte langsam schwinden oder die Aufmerksamkeit nachlässt. Das ist ein gefährlicher Zeitpunkt für die Sicherheit unserer Mitarbeiter. Wäre es nicht toll, wenn ein Exoskelett ein Teil der Arbeit übernehmen und so die Kräfte unserer Mitarbeiter schonen würde? Gemeinsam mit der TU Dresden testen wir genau daher ein wendiges Exoskelett für den Gerüstbau.

Die Arbeitskleidung der Zukunft

Wer bei einem Exoskelett jetzt an das Power Loader Exoskeleton aus Aliens denkt oder an den Amplified Mobility Suit aus Avatar, der ist den Fantasien aus Hollywood erlegen. Diese Exoskelette haben wenig mit den leichten, bequemen Wundern ausgeklügelter Ingenieurskunst zu tun, die wir im Gerüstbau testen.

Das passive Exoskelett der Zukunft ist dafür ausgelegt, die auftretenden Kräfte mittels einer mechanischen Konstruktion über dem Schwerpunkt des Körpers zu halten und über die Wirbelsäule an den Boden zu leiten. Mitarbeiter legen bei der Arbeit über dem Kopf ihre Arme sozusagen auf dem Exoskelett ab, anstatt die schweren Teile über Muskelkraft zu halten. Energie wird dafür nahezu keine verbraucht.

Sicherheit durch Innovation

Was unsere Auszubildenden des 1. Lehrjahres in Zusammenarbeit mit der TU Dresden für den Gerüstbau gerade testen, sind Beweglichkeit, Einsatz und Brauchbarkeit der Exoskelette. In Zukunft sollen sie als Erweiterung der Arbeitsschutzmaßnahmen dienen, damit unsere Mitarbeiter jederzeit in der Lage sind, konzentriert und sicher mit dem schweren Material aus Stahl und Holz umzugehen. Wenn die Arbeit dadurch leichter fällt und attraktiver wird, ist das ein gern gesehener Nebeneffekt.

Wie die Prototypen zeigen, ist die Zukunft schon zum Greifen nah. Bis ein Exoskelett jedoch zum gewohnten Bild auf deutschen Baustellen wird, müssen wir noch das eine oder andere Gestänge von Hand hinauf wuchten. Doch auch ohne technische Hilfsmittel sind unsere Mitarbeiter für uns schon heute Superhelden.

Ihr Dirk Eckart

Allgemein / 12. August 2019

Meine Zahlen für 2019

Zahlen

Gastbeitrag von Nicole Lange

6,7,8 – das sind meine Zahlen für 2019 die mich durch das Jahr begleiten werden.

Doch was haben diese auf sich?

Seit fast 6 Jahren (Oktober) arbeite ich bei der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH in Roßwein.

Am Anfang habe ich noch Baustellenunterlagen in Papierform eingescannt und digitalisiert, habe meine Kollegen oft um Hilfe fragen müssen und stand auch schon manchmal davor, aufzugeben.

Doch das hatte ich nicht, denn ich habe für meine Tochter zu sorgen.

Nun lege ich sämtliche Unterlagen direkt digital ab, denn jeder Kolonnenführer hat ein Tablet zum Ausfüllen. Ich arbeite in unserer Mitarbeiter-App, mit OneNote und OneDrive. Ich habe auch, und das macht mich sehr stolz, eine Urkunde mit dem Titel „Direktorin des ersten Eindrucks“ erhalten.

Also man sieht, wenn man den Mut nicht verliert, kann man vieles erreichen.

Die Zahl 7 steht für die Jahre, in der mein Mann und Papa meiner Tochter tot ist. Es war ein harter Schlag. Auch er hat bei der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH als Gerüstbauer gearbeitet. Er bekam von der Firma die Möglichkeit seinen LKW-Führerschein zu machen und auch bei unserer Hochzeit 2010 war sein Chef Dirk Eckart mit vor Ort.

Zur Beerdigung 2012 kam eine Vielzahl von Menschen, auch Arbeitskollegen und beide Chefs Walter Stuber & Dirk Eckart waren da und nahmen Anteil. Ein sehr bewegender Moment für mich.

In diesen Momenten fehlte mir oft Mut und Kraft weiter zu machen, aber ich hatte viele Freunde um mich herum die mir geholfen haben, über diese schwere Zeit hinwegzukommen.

Die Zahl 8 steht für meine Tochter, diese wird jetzt im Mai 8 Jahre alt und ist mein allergrößter Schatz. Sie erinnert mich sehr an ihren Vater und als ich sie mal fragte, wo sie denn einmal arbeiten möchte, sagte sie: „Ich möchte auch einmal bei Gemeinhardt Gerüstbau arbeiten“. Auch bei ihr brauche ich manchmal viel Mut & Ausdauer, um mich durchzusetzen und ihren süßen Kulleraugen zu widerstehen.

Wie ihr seht, sind meine Mut-Zahlen für 2019 die 6, die 7, und die 8.

Scheitern? Das ist mir nie begegnet. Alles, was mir begegnete, waren vorübergehende Rückschläge.

Bill Marriot