Tag Archives: Gerüstbau

Allgemein / 16. Juli 2018

Handwerk in Seenot

Handwerk in Seenot

Eine Reise nach Berlin, eine Dampferfahrt auf der Spree und ein Kapitän in Nöten – die schwierigen Herausforderungen im Spezialgerüstbau, die ein Kurzurlaub für ein paar Tage verdrängen sollte, holte uns auf den Gewässern der Hauptstadt wieder ein. Alleingelassen von Fach- und Saisonkräften kämpft ein verzweifelter Kapitän in der Touristikbranche mit einem Problem, unter dem der Spezialgerüstbau ebenfalls leidet. Man könnte auch sagen: Handwerk in Seenot.

Kurzurlaub mit Spreerundfahrt

Ein entspannter Kurzurlaub in der Bundeshauptstadt sollte im Juni 2018 die Kraftreserven auffüllen und uns wieder fit für die harte Arbeit im Spezialgerüstbau machen. Eines der Highlights war eine knapp vierstündige Entdeckerfahrt auf der Spree, rund um das Bundeskanzleramt, die Museumsinsel, den Osthafen und den Landwehrkanal.

Gut besucht, legte das Schiff nur mit Kapitän und seiner eifrigen Ehefrau im Catering ab. Die Bewirtung war erstklassig, mit eisgekühlten Getränken und einem wohlschmeckenden Angebot an Speisen. Der Landwehrkanal blieb jedoch gesperrt; der Schleuse fehlte aus Krankheitsgründen das Personal. Einige Fahrgäste verließen daraufhin verärgert das Schiff, sich lauthals beim Kapitän und seiner Ehefrau beschwerend. Dabei waren sie nun wirklich frei von Schuld.

Alle Mann von Bord

Unser Spreekapitän und seine Frau mussten den Ärger der Touristen einstecken und dabei noch die Arbeit einer kompletten Besatzung verrichten. Es stellte sich im Gespräch heraus, dass auch sie von allen angekündigten Saisonkräften versetzt wurden. So kümmerten sich neben dem Kapitän nicht vier weitere Personen um Technik und das leibliche Wohl der Fahrgäste, sondern nur das geplagte Ehepaar allein.

Dieses Problem der unzuverlässigen Saisonkräfte und einem Nachwuchs, der den Berufen im Handwerk fernbleibt, teile ich im Spezialgerüstbau mit Unternehmern fast aller Handwerksberufe. Wie der Kapitän den Verpflichtungen gegenüber seiner Reederei geradestehen muss, so muss auch ich als Unternehmer Verträge einhalten und meine 45 Mitarbeiter bezahlen. Ohne zuverlässiges Personal, welches auch in schwierigen Zeiten an Bord bleibt, ist das unmöglich.

Bedroht, aber nicht am Ende

Das Handwerk gerät schleichend in Vergessenheit. Das ist eine bedrohliche Entwicklung, denn in der Baubranche sitzen wir alle in einem Boot: der Spezialgerüstbau, die Maurer, Zimmerleute, Klempner, Elektriker und Dachdecker. Doch auch Bäcker, Maler und Fleischer sind vom Fachkräftemangel betroffen. Für den Nachwuchs sind diese Berufe unattraktiv geworden.

Den jungen Berufsanfängern mache ich keinen Vorwurf. Sie wählen, was gerade attraktiv klingt und interessante Aufgaben verspricht. Es liegt daher an uns, an jedem Einzelnen, die Vorteile und aufregenden Aspekte unseres Handwerks den Kindern, Enkeln und Geschwistern zu vermitteln.

Wenn wir in Häusern statt Höhlen leben wollen, wenn wir Brot statt Getreide essen möchten und wenn wir uns nach Farbe statt grauen Beton gelüstet, dann ist unser Handeln gefragt. Lasst uns damit beginnen, unsere Jugend erneut für unsere aufregenden Handwerksberufe zu begeistern.

Dirk Eckart

Allgemein / 25. Juni 2018

Mit zwei PS gegen das Dieselfahrverbot

Mit zwei PS gegen das Dieselfahrverbot

Manchmal ist Bauernschläue nötig, um engstirnige Politiker von ihrem hohen Ross zu holen. Diese Weisheit ist eine der Lehren, die ich von meinem einjährigen Praktikum bei der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH mitnehme. Plastisch hat mir das eine Protest-Kutschfahrt gegen das geplante Dieselfahrverbot vor Augen geführt, auf die mich unser geschäftsführender Gesellschafter Herr Eckart am 14. Juni 2018 mitgenommen hat.

Ein interessantes Praktikantenleben im Gerüstbau

Mein Name ist Leon Ölmez, Fachoberschüler am BSZ Döbeln/Mittweida und zwischen dem 23.5. und 15.6.2018 Praktikant beim Gerüstbau-Unternehmen Gemeinhardt. Wie bunt das Praktikantenleben im Gerüstbau sein kann, durfte ich bereits in meinem Gastbeitrag über die Brücke im Pegniztal berichten.

In diesem Beitrag soll es jedoch um die etwas düsteren Seiten gehen, die mein Chef Herr Eckart jedoch auf eine humorvolle Art in das Bewusstsein von Menschen und Politikern bringt. Es geht um das drohende Dieselfahrverbot, welches den Gerüstbau, wie viele andere mittelständische Unternehmen, in großem Maße bedroht.

Um hier ein starkes Zeichen zu setzen, fuhren die Gerüstbauer umweltfreundlich auf dem Bock einer Kutsche in die Frankfurter Innenstadt. Zu meiner Freude durfte ich sie dabei begleiten.

Eine Kutsche als Diesel-Alternative

Unsere Reise startete am 14.6. vor Herrn Eckarts Haus, wo wir gegen 6.30 Uhr Richtung Frankfurt aufbrachen. Nach ca. 4 Stunden Fahrt erreichten wir unser Zwischenziel. Dort stieß Ingolf Stuber zu uns, er ist der Projektleiter für Frankfurt.

Einmal angekommen, fiel mein Blick sofort auf die beiden riesigen Pferde. Solche Shire Horses zählen zu den größten Pferden der Welt, die einst wichtige Helfer in Landwirtschaft, Gewerbe und Transportwesen waren. Heute sollten sie das Symbol für eine Politik sein, die Menschen und Schicksale aus dem Fokus verloren hat.

Die Kutschfahrt

Um 11.30 zogen wir mit der Kutsche von Frankfurt Nied in Richtung Innenstadt los, beladen mit rund einer Tonne Gerüstmaterial. Des Weiteren begleitete uns ein Kameramann und die Frankfurter Neue Presse, welche über die Bemühungen von Herrn Eckart im Kampf gegen das Dieselfahrverbot berichteten. Eine solch verrückte Idee sei den Reportern wohl bisher noch nicht untergekommen.

Der eigenwillige Gerüstmaterial-Transport dauerte rund anderthalb Stunden; gemütlich, umweltfreundlich und ohne die Gefahr, wegen eines Dieselfahrverbots anhalten zu müssen. Ganz so gelassen sahen es die Autofahrer in der langen Schlange hinter uns wohl nicht. Für sie waren wir eine nervende Behinderung im Verkehr, genau wie Herr Eckart es geplant hatte. Die Menschen am Straßenrand hingegen staunten, fotografierten und sahen uns belustigt hinterher.

Die Aktion gegen das Dieselfahrverbot war ein Erfolg, nicht nur für das Unternehmen, sondern vor allem für mich. Diese verrückte Kutschfahrt stellte eines der schönsten Erlebnisse in meiner Zeit als Jahrespraktikant dar. Ich bin Dirk Eckart sehr dankbar, dass er mich für meinen ersten Besuch in Frankfurt auf so spektakuläre Art und Weise herumkutschiert hat.

Leon Ölmez Praktikant bei Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH

Allgemein / 13. April 2018

Der eigene Kinospot

Gemeinhardt Gerüstbau wirbt mit eigenem Kinospot

Roßweiner Gerüstbauer reagieren auf Fachkräfte- und Nachwuchsmangel

Seit mehr als 15 Jahren gewährleistet die Roßweiner Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH bei jedem Bauvorhaben ihren Kunden einen sicheren Stand. Jedoch kommt die Branche so langsam ins Wackeln: Es fehlt an qualifiziertem Nachwuchs. Gemeinhardt Gerüstbau-Geschäftsführer Dirk Eckart hat nachgerechnet: „Im Landkreis werden dieses Jahr rund 190 Jungs die Oberschule verlassen. Wenn davon zehn Prozent ins Handwerk gehen und davon wiederum zehn Prozent bei uns Gerüstbauer werden wollen, sind es keine zwei Jugendlichen! Natürlich können auch Mädchen zu uns kommen, aber erfahrungsgemäß ist das zu anstrengend für sie.“

Diese alarmierende Rechnung hat den Unternehmer jetzt dazu veranlasst, einen eigenen Werbefilm drehen zu lassen. Diesen gibt es seit heute auf dem eigenen YouTube-Kanal GerüstbauTV und später auch im Döbelner Kino zu sehen. Als Drehort wurde die Skaterhalle „Skate Force“ in Döbeln gewählt. „Ich habe meinen Sohn gefragt, wo die Jugend heute unterwegs ist, und er schlug mir die Halle vor“ so Eckart. Als er die Fassade gesehen hat, war ihm sofort klar: Das ist seine Location!

Der „Treibhaus e.V.“, der das Gebäude betreibt, war auch begeistert von der Idee und hat die Halle kostenfrei zur Verfügung gestellt. Als Dank für die Unterstützung gab es jetzt vom Unternehmen eine 200-Euro-Spende. „Wir freuen uns, dass wir eingebunden wurden und den Jugendlichen jetzt noch etwas Geld zugute kommt“, freut sich Judith Sophie Schilling vom Treibhaus e.V. Was mit dem Geld konkret passiert, weiß Stephan Conrad, der sich beim Verein um die Skatehalle kümmert: „Wir wollen es für neue Rampen und diverse Einrichtungen in der Halle verwenden. Das haben sich die Jugendlichen so gewünscht.“

Für den Film hat sich der Roßweiner Unternehmer Unterstützung aus Chemnitz geholt. Filmemacher Thomas Höppner hat Filme dieser Art schon öfter gedreht und weiß vom Nutzen zu berichten: „Die Erfahrung sagt mir, dass es sich lohnen kann, solche Filme für die Brache zu produzieren. Bisher gab es immer gute Rücklaufzahlen, was Bewerbungen auf die angebotenen Ausbildungsplätze angeht. Diese kurzen Filme im Kino und auf den gängigen Social-Media-Plattformen zu bewerben ist in meinen Augen eine sinnvolle Sache.“ Fünf Ausbildungsplätze gibt es dieses Jahr zu vergeben. Informationen dazu gibt es auf  www.spezialgeruestbau.de/azubi.

Dirk Eckart

Allgemein / 2. Februar 2018

Auch die kleinen Gesten zählen

Auch kleine Gesten zählen

Auch kleine Gesten zählen

Unser Engagement für eine bessere Zukunft nehmen wir bei der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH sehr ernst. Die Umstellung unserer PKW-Flotte auf Erdgas, die Warmwasseraufbereitung mittels Solaranlage und die konsequente Mülltrennung zeigen den Weg, den wir mit unserem Gerüstbau Unternehmen einschlagen wollen. Als uns eine enthusiastische Roßweinerin um Unterstützung der Ärmsten in Burma ersuchte, war unser Mitwirken eine Selbstverständlichkeit.

Burma, Birma, Myanmar

Dass sich die Weltgemeinschaft noch immer nicht auf einen einheitlichen Namen für das asiatische Land einigen konnte, interessiert die Einwohner wenig. Sie zählen zu den Ärmsten der Welt und heißen jede Hilfe willkommen. Eingebettet zwischen Indien, China und Thailand arbeiten fast 70 % der Burmesen in der Landwirtschaft.

In der von Korruption geplagten Region verliert Geld schnell an Bedeutung. Dagegen helfen praktische Dinge wie Werkzeug, Transportbehälter oder vernünftiges Schuhwerk den Menschen bei ihrer schweren Arbeit auf den Feldern. Wenn eine sozial engagierte Roßweinerin mit Tragetaschen eines Gerüstbau-Unternehmens aus Deutschland anreist, nehmen sie die Hilfsbereitschaft gerne an.

Das Hilfsprojekt der Roßweinerin

Reiselust gepaart mit einer philanthropischen Gesinnung – diese beiden Eigenschaften passen wunderbar zusammen, wenn es um Hilfsprojekte rund um den Globus geht. Dass dafür eine einzelne Person ausreicht, bewies die Initiatorin des Hilfsprojektes eindrucksvoll, als sie vor der Tür unserer Gerüstbau-Niederlassung auftauchte.

Offen, keck und mit viel Selbstbewusstsein tritt sie an lokale Firmen heran und fragt nach Werbeartikeln oder sonstigen Produkten, die sie auf ihren Reisen an hilfsbedürftige Menschen verteilt. Keine global agierende Hilfsorganisation und kein einsamer Multimillionär steckt dahinter, sondern einfach nur eine bewundernswerte Frau aus Roßwein, mit einem großen Herz.

Werbung auf den Feldern Burmas

Zugegeben, unsere Werbeartikel sind nicht für burmesische Feldarbeit optimiert. Diese Gerüstbau-Kunden hatten wir beim Stöbern durch den Werbemittel-Katalog nun wirklich nicht vor Augen. Fündig wurde die barmherzige Samariterin aus Roßwein aber dennoch. Unsere schwarzen Stofftragetaschen besitzen einen praktischen Nutzen, sind leicht genug für den Transport im Flugzeug und von gute Qualität, dass sie den burmesischen Bauern lange erhalten blieben.

So kam es, dass unsere Internetadressen nun in leuchtend gelber Schrift auf den Feldern Burmas zu lesen ist. Und wer weiß, vielleicht erhalten wir ja unseren nächsten Auftrag aus dem interessanten Land am Golf von Bengalen.

Dirk Eckart

 

Dirk Eckart - Mein Blog zum Thema Gerüstbau / 30. Oktober 2017

Gerüstbau trifft Feuerwehr

Gerüstbau trifft Feuerwehr

Gerüstbau trifft Feuerwehr – Übungseinsatz der Feuerwehr Roßwein Feuerwehr, Blaulicht und große Hektik im Gerüstpark der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH. Was war passiert, dass die Feuerwehr Roßwein Montagabend gleich mit drei Einsatzfahrzeugen zum Gewerbegebiet Goldene Höhe eilte? Und wie gehen sie dabei vor, um verletzte Personen aus schwindelerregender Höhe von Fluchttreppentürmen, Raumgerüsten oder Bautreppentürmen zu retten? Eine Feuerwehrübung unter Realbedingungen Seine Mannschaft realistisch auf das Szenario der Höhenrettung vorzubereiten – das war das erklärte Ziel von Wehrleiter Rene Bernhardt. Mit 12 Mann der freiwilligen Feuerwehr rückte er am Montag gegen 19 Uhr aus, um die Möglichkeiten der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH für eine Rettungsübung zu nutzen. Für eine Höhenrettung ist der Gerüstpark wie ein einziger Abenteuerspielplatz. Hier stellt Gemeinhardt Mustergerüste wie Fluchttreppentürme, Raumgerüste und Bautreppentürme aus, die normalerweise extreme Höhen auf Baustelle erreichen.

An diesem Montagabend trainierten die Rettungsspezialisten an ihnen, wie Drehleitern in Stellung gebracht, Personen aus luftigen Höhen gerettet und schwere Rettungsausrüstungen an den Einsatzort gehievt werden. Verletzt war freilich niemand. Dafür übernahmen beschwerte Feuerwehrschläuche die Rolle mögliche Opfer, die per Rollgliss-Abseilgerät, Flaschenzug und Rettungstrage zu wartenden Sanitätern abgeseilt wurden. Eine Aufgabe, welche die tapferen Männer der freiwilligen Feuerwehr mit Bravour erledigten. Lohnenswerte Kooperation Solche Kooperation wie beim Höhenrettung-Training zeigen, wie wertvoll eine Zusammenarbeit mit Vereinen, Schulen und öffentlichen Institutionen ist. Die Feuerwehr trainiert unter realistischen Bedingungen wodurch wir im Ernstfall auf deren schnelle und professionelle Hilfe vertrauen dürfen. Schnell entwickeln sich aus solchen Projekten weitergehende Freundschaften.

So waren wir dankbar darüber, dass die Roßweiner Feuerwehr unseren Gerüstbau zum Gewerbefest 2016 tatkräftig unterstützt haben. Unsere Jüngsten luden sie zur Rundfahrt im Feuerwehrauto ein und verhalfen den Größeren zu einem beeindruckendem Panoramablick an der Spitze ihrer 36 Meter hohen Drehleiter. Ein Erlebnis für alle Beteiligten. Dass die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH der Feuerwehr ihr Fachwissen zur jährlichen Prüfung von Anschlagmitteln zur Verfügung stellte und 2017 den Verein der Feuerwehrhistorik Roßwein e.V. bei ihrem Bergrennen mit geeigneten Start-Türmen aushalf, war eine Selbstverständlichkeit.

Ein besonderer Dank geht an die Kameraden und den Wehrleiter Rene Bernhardt, der die gute und unkomplizierte Zusammenarbeit bei der Höhenrettung am Gerüst erst möglich gemacht hat.

Dirk Eckart