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Allgemein / 30. April 2018

Neuer Mindestlohn ab Mai im Gerüstbau

Gut für den Gerüstbau – neuer Mindestlohn ab Mai

Mit dem Mindestlohn steigt die Qualität; im Gerüstbau wie in allen anderen Branchen. Was für Sie als Auftraggeber wie ein Preisanstieg aussieht, ist in der Realität eine Qualitätssteigerung für die gesamte Gerüstbau-Branche. Wo vertrauenswürdige Firmen schon seit Langem für Facharbeiter faire Preise bezahlen, müssen sich gewissenlose Billiganbieter ab Mai warm anziehen. Ein wichtiger Schritt für die Sicherheit auf deutschen Baustellen.

Ereignisreiche Verhandlungen
Ende letzten Jahres sah alles nach einer Einigung zwischen den Tarifpartnern aus. Angaben der Arbeitgeberseite zufolge war bereits eine Einigung in Greifweite, welche die 6,4 prozentige Erhöhung des Mindestlohns in den nächsten 3 Jahren vorsah. Dies entspräche einem Mindestlohn von 11,70 Euro.

Doch dann kam alles anders und die Gewerkschaften brachen die Verhandlungen überraschend ab. Neben der Einigung auf einen Mindestlohn platzte damit auch der Kompromiss über Löhne und Ausbildungsvergütungen. Alles lag wieder in der Schwebe, obwohl die Zeit drängt. Der aktuell gültige Mindestlohntarifvertrag für den Gerüstbau läuft Ende April aus.

Nun haben sich die Bundesinnung Gerüstbau und die IG Bau auf neue Lohnuntergrenzen geeinigt. Mit Stichtag 1. Mai 2018 sollen die Mindestlöhne im Gerüstbau um 35 Cent auf 11,35 Euro je Arbeitsstunde steigen. Alles, was für eine allgemeinverbindliche gesetzliche Regelung noch fehlt, ist die entsprechende Erklärung der Bundesregierung.

Hoffnung auf Lohntarifvertrag
Noch gibt es keine Einigung beim Lohntarifvertrag, der neben dem Mindestlohn die Vergütungen aller Beschäftigten im Gerüstbau regelt. Seit Jahren fehlt diese gesetzliche Regelung zum Lohntarifvertrag, die Preise und Bedingungen allgemeinverbindlich festschreiben. Das könnte sich jedoch bald ändern.

Die Bundesinnung Gerüstbau ist an einer Einigung interessiert. Sie hat angekündigt, dass es einen weiteren Termin geben werde, an dem die verbleibenden Herausforderungen rund um den Lohntarifvertrag angegangen werden. Vielleicht dürfen sich Arbeiter auf und an den heimischen Gerüsten schon bald auf die Sicherheit eines allgemeinverbindlichen Lohntarifvertrages verlassen.

Qualitätsarbeit setzt sich durch
Das Gute am Mindestlohn ist die Steigerung der Qualität. Firmen, die wie wir schon jetzt ihren fachlichen Verpflichtungen nachkommen, haben wenig Veränderung zu befürchten. Ein hochwertiges Gerüst baut niemand allein mit Hilfskräften, die zum Mindestlohn arbeiten. Professionelle Fachkräfte erstellen Gerüste so, dass sich der Bauherr zu jedem Zeitpunkt sicher im Wahrnehmen seiner Verantwortung fühlt. Diese Profis arbeiten schon jetzt deutlich über einem Mindestlohn.

All jene Unternehmen, die ihre Profite aus Billigarbeit und minderwertigem Material ziehen, werden es in Zukunft etwas schwerer haben. Sie müssen ihre Preise näher an die Preise jener Firmen rücken, die auf Sicherheit, Verantwortungsbewusstsein und Qualität setzen.

Fazit
Die gesetzliche Verantwortung zur Bereitstellung eines normgerechten Gerüstes liegt bei Ihnen als Bauherren. Schauen Sie daher auch nach der Anhebung des Mindestlohnes genau hin, welchem Unternehmen Sie vertrauen, Ihnen das fachmännisch und nach allen anerkannten Normen erstellte Gerüst zu übergeben, mit dem Sie dieser Verantwortung voll gerecht werden.

Dirk Eckart

 

Allgemein / 15. Januar 2018

Die Brücke im Pegnitztal Gastbeitrag von Praktikant Leon Ölmez

Die Brücke in Bayern

Die Brücke in Bayern – Als Praktikant zum Gerüstbau nach Nürnberg

“Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.” So wie Matthias Claudius im 18. Jahrhundert erging es auch mir, als Praktikant in der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH. Die Renovierung von neun Brücken im 250 km entfernten Nürnberg stand auf dem Arbeitsplan der Firma und ich durfte mitfahren. So eine lange Reise von Brücke zu Brücke erlebt sicherlich nicht jeder Jahrespraktikant.

Über mich

Mein Name ist Leon Ölmez, Fachoberschüler am BSZ Döbeln/Mittweida. Für mein Fachabitur in Wirtschaft und Verwaltung leiste ich zurzeit das Jahrespraktikum bei der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH ab. Mit viel Spaß und aktiv eingebunden lerne ich das ganze Schuljahr über an jedem Mittwoch und Donnerstag alles, was die Firma und ihre Verwaltung am Laufen hält.

Die Aufträge

Rund um Nürnberg lagen die neun Baustellen, zu der mich Herr Eckart, einer der Geschäftsführer  von der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH mitnahm. In erster Linie ging es um die Sanierung der jeweiligen Brücke, deren Holzbohlen im Laufe der Jahre morsch wurden. Ein typisches Szenario, bei dem die Arbeiter der Bahn ein Gerüst für ihre Arbeiten benötigen.

An diesem Tag ging es zunächst einmal darum, die zu erneuernden Holzbohlen zu identifizieren, zu dokumentieren und Daten für die Planung der Gerüste zu sammeln, welche im Nachgang dann ertüchtigt wurden. Die einzelnen Baustellen erstreckten sich verteilt über mehrere Kilometer im ganzen Tal.

Der Ausflug

Um 8.30 Uhr begaben wir uns von Roßwein aus auf die knapp zweistündige Reise ins bayrische Franken. Sicher ausgestattet mit Warnweste, Schutzschuhen und Schutzhelm folgten wir den Gleisen rund 200 Meter bis zum Auftragsort an der ersten Brücke. Drei weitere Mitarbeiter der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH waren bereits vor Ort und klärten uns auf, welche der Holzbohlen es auszutauschen galt. Die Begutachtung der übrigen Brücken verlief ähnlich ab.

Kurz vor der Rückfahrt nach Roßwein kehrten wir in die Pottensteiner Familienbrauerei Mager zum Mittagessen ein. Hier kann man das Brauen des Bieres direkt miterleben und gleichzeitig sehr lecker essen. Mit kleinen Geschenken vom Braugut im Gepäck, beendeten wir diesen sehr interessanten Tagesausflug gegen 15 Uhr zurück in Roßwein.

Für einen Jahrespraktikanten ist so ein 250 km Ausflug sicherlich nicht üblich, der mir neben einigen Sehenswürdigkeiten einen guten Einblick in das Aufgabenfeld eines Gerüstbauers vermittelte. Gerne werde ich mich in Zukunft an diesen Tag und den Gerüstbau an der Brücke zurückerinnern.

Leon Ölmez

Allgemein / 9. Oktober 2017

Angebotsausarbeitung Kostenfrei ?

Angebotspreis

Gerüstangebote als kostenfreie Zuarbeit ?

Welcher Unternehmer kennt das nicht ?

Bitte erstellen sie uns ein kostenfreies und verbindliches Angebot für nachfolgende Leistungen. Die Bearbeitungszeit vom Eingang der Anfrage beträgt genau noch 4 Tage  bis zur Abgabe des Angebotes und die Leistungen sind komplex und 1 x pauschal über die gesamte Bauzeit zu kalkulieren.

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Vorarbeiten zur Kalkulation und Angaben zur Baustelle

Beim genauen Hineinlesen in die Unterlagen wird festgestellt, dass die Angaben über Massen, Bauzeit und Ausführung sehr mangelhaft sind und  die Zeichnungen zum Projekt ohne aussagekräftige Maßangaben. Die Telefonnummer des Planers ist jedoch schon einmal mit aufgeführt, nach einem Anruf  stellt sich heraus, das Projekt wir seit 2 Jahren durch ein Ing. Büro vorgeplant und  die Ausschreibung wurde schon 6 Monate vor deren Versendung an die Ausführenden erstellt.

 

Zeitaufwand und Kalkulation der Leistung

Massen und Maße aus den Plänen ziehen, Telefonate mit Planer und Auftraggeber, welche Arbeiten denn überhaupt ausgeführt werden, Bauzeit erfragen wie lange die beschriebene Leistung überhaupt benötigt wird, denn die angegebene Bauzeit ist die gesamte Zeit der Bauausführung mit Vorarbeiten, Planung und Baustellenräumung für den Generalunternehmer. Besprechungen mit Statiker über die Konstruktion, Preisnachfragen bei Lieferanten, und schlussendlich Kalkulation der eigenen Leistungen mit Kostenermittlung für Übernachtungen, Transport, Mon.- und Demontage der Leistungen, zusätzliche Materialkosten, Miete von Baumaschinen, Statik, Fahrkosten, tarifliche Zulagen usw. Zeitaufwand von einem ganzen Tag.

 

Warum eigentlich kostenfrei ?

Warum sollten wir diese Planungsleistung dennoch kostenfrei erstellen? Und das mit einer Bearbeitungszeit von nur 4 Tagen ? Durch eine 2 jährige Planung des Projektes sollte ein Leistunsgsverzeichnis so aussagekräftig sein, dass jeder Anbieter genau erkennen kann, welche Leistung er für welche Zeit kalkulieren sollte. Jedoch das genaue Gegenteil ist der Fall, jeder bietet eine andere Leistung an, da jeder für sich durch die ungenauen Angaben die anzubietende Leistung zusammenstellt. Hier muss es zu enormen Kostenunterschieden kommen, aber ist das von den ausschreibenden Stellen so gewollt ?

Und dann werden diese ing.- technischen Planungsleistungen noch von uns Unternehmern für umsonst getätigt. Das beauftragte Ing.- Büro des Gesamtprojektes wurde vom Auftraggeber dafür bezahlt, eine komplette Planung und das Leistungsverzeichnis zu erstellen. Dies nahm ca. 2 Jahre in Anspruch und die Kosten hierfür wurden vom Auftraggeber schon investiert.

 

Meine Meinung ist, dass wir unkomplizierte und aussagekräftige Ausschreibungen schon kostenfrei für unsere Kunden erstellen müssen, jedoch wenn sich die Angebotsbearbeitung und Kalkulation zur ing.- technischen Herausforderung erweitert, müssen wir uns dies auch vergüten lassen und unsere Ideen sowie unser Know How nicht einfach kostenfrei abgeben.

 

Dirk Eckart