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Allgemein / 20. November 2019

Amerika das Land der Unterschiede

Amerika

Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten ist nichts unmöglich. Nach dem Motto „vom Tellerwäscher zum Millionär“ kann man hier aber auch genauso schnell wieder fallen. Im Oktober habe ich San Francisco und das Silicon Valley besucht und während dieser Reise erfahren, welche sozial bedingten Gegensätze in Amerika herrschen.

Gegensätze im Einkommen

Das Valley wird bestimmt von milliardenschweren Unternehmen wie Facebook, Google, Apple & Co. deren „normale“ Angestellte im Auto oder im Zelt auf den Zubringerautobahnen übernachten. Die Spitzenverdiener der Branche haben die Wohnungspreise in Amerika, besonders im Großraum San Francisco derartig nach oben geschraubt, dass sich Otto-Normal-Verdiener, wie Angestellte, Handwerker, Verkäufer oder auch Polizisten keine Dreizimmerwohnung für 6.000 US-Dollar mehr leisten können.

Sozial im Aus

Während meiner Reise besuchte ich einen deutschsprachigen Gottesdienst. Hier berichtete Pfarrerin Kerstin Weidmann vom Schicksal einer jungen Frau, die alleine mit ihrem 7-jährigen Sohn in einem Zelt auf der Straße lebt. Doch das war nicht immer so. Sie lebte vorher in normalen Familienverhältnissen, bis ihr Mann sich als gewalttätig herausstellte und sie und den Sohn misshandelte. Nach der Trennung landete Sie sie im sozialen Aus, denn im Amerika greift nicht, so wie bei uns, das soziale Netz, wie Arbeitslosengeld, Krankenversicherung und so weiter. Die Miete von 2,400 $ für eine Einzimmerwohnung konnte sie sich nicht leisten. Sie musste betteln gehen und immer wieder erkrankten sie oder ihr Sohn an den Folgen der Obdachlosigkeit. Hilfe von Außen bekam sie keine. Um wenigstens dem Kind ein Dach über den Kopf zu ermöglichen bot ihr die Kinderfürsorge an, den Jungen zur Adoption freizugeben, was natürlich für keine Mutter eine Option ist.

Fazit meiner Amerika-Reise

Mit dem amerikanischen Traum im Hinterkopf begeben sich viele blauäugige Menschen auf eine Reise ohne Rückticket, um leider sozial scheitern zu müssen und bettelnd und ohne jegliche Unterstützung vom Staat auf der Straße enden. Die Gegensätze werden deutlich, wenn man bedenkt, dass auf der anderen Seite Millionensummen in den Aufbau von Startups gesteckt werden, die kurz darauf wieder in die Pleite gehen. Als Deutsche können wir uns wirklich glücklich schätzen, dass unser Sozial-System greift und die Gegensätze nicht so gravierend ausfallen, wie im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Allgemein / 15. Januar 2018

Die Brücke im Pegnitztal Gastbeitrag von Praktikant Leon Ölmez

Die Brücke in Bayern

Die Brücke in Bayern – Als Praktikant zum Gerüstbau nach Nürnberg

„Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.“ So wie Matthias Claudius im 18. Jahrhundert erging es auch mir, als Praktikant in der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH. Die Renovierung von neun Brücken im 250 km entfernten Nürnberg stand auf dem Arbeitsplan der Firma und ich durfte mitfahren. So eine lange Reise von Brücke zu Brücke erlebt sicherlich nicht jeder Jahrespraktikant.

Über mich

Mein Name ist Leon Ölmez, Fachoberschüler am BSZ Döbeln/Mittweida. Für mein Fachabitur in Wirtschaft und Verwaltung leiste ich zurzeit das Jahrespraktikum bei der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH ab. Mit viel Spaß und aktiv eingebunden lerne ich das ganze Schuljahr über an jedem Mittwoch und Donnerstag alles, was die Firma und ihre Verwaltung am Laufen hält.

Die Aufträge

Rund um Nürnberg lagen die neun Baustellen, zu der mich Herr Eckart, einer der  Geschäftsführer  von der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH mitnahm. In erster Linie ging es um die Sanierung der jeweiligen Brücke, deren Holzbohlen im Laufe der Jahre morsch wurden. Ein typisches Szenario, bei dem die Arbeiter der Bahn ein Gerüst für ihre Arbeiten benötigen.

An diesem Tag ging es zunächst einmal darum, die zu erneuernden Holzbohlen zu identifizieren, zu dokumentieren und Daten für die Planung der Gerüste zu sammeln welche im Nachgang dann ertüchtigt wurden. Die einzelnen Baustellen erstreckten sich verteilt über mehrere Kilometer im ganzen Tal.

Der Ausflug

Um 8.30 Uhr begaben wir uns von Roßwein aus auf die knapp zwei stündige Reise ins bayrische Franken. Sicher ausgestattet mit Warnweste, Schutzschuhen und Schutzhelm folgten wir den Gleisen rund 200 Meter bis zum Auftragsort an der ersten Brücke. Drei weitere Mitarbeiter der Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH waren bereits vor Ort und klärten uns auf, welche der Holzbohlen es auszutauschen galt. Die Begutachtung der übrigen Brücken verlief ähnlich ab.

Kurz vor der Rückfahrt nach Roßwein kehrten wir in die Pottensteiner Familienbrauerei Mager zum Mittagessen ein. Hier kann man das Brauen des Bieres direkt miterleben und gleichzeitig sehr lecker essen. Mit kleinen Geschenken vom Braugut im Gepäck, beendeten wir diesen sehr interessanten Tagesausflug gegen 15 Uhr zurück in Roßwein.

Für einen Jahrespraktikanten ist so ein 250 km Ausflug sicherlich nicht üblich, der mir neben einigen Sehenswürdigkeiten einen guten Einblick in das Aufgabenfeld eines Gerüstbauers vermittelte. Gerne werde ich mich in Zukunft an diesen Tag und den Gerüstbau an der Brücke zurückerinnern.

Leon Ölmez