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Allgemein / 3. April 2018

Das Gespräch auf Augenhöhe

Das Gespräch auf Augenhöhe

Der Kunde ist König. Dieser Spruch prägt den geschäftlichen Umgang seit langer Zeit. Wenn jedoch ein Gesprächspartner König ist, dann ist sein Gegenüber der Bettler. Eine respektvolle, gleichwertige Kommunikation auf Augenhöhe bleibt damit verwehrt. Heute wissen wir, dass sich niemand im Gespräch kleiner oder größer geben muss, die Kunst liegt im Umgangston.

Die Kunst des Zuhörens

Wer schweigt mag dennoch etwas zu sagen haben. Gerade Introvertierte benötigen oft eine deutlich längere Gesprächspause, um in eine Konversation einzusteigen. Warten Sie ab und bleiben Sie optimistisch, geduldiges Zuhören kann zu wohldurchdachten Lösungsansätzen und interessanten Gesprächen führen.

Vermeiden Sie Ja-Nein-Fragen, die mit einsilbigen Antworten den Gesprächsfaden zerschneiden. Offene Fragen liefern viel mehr Informationen über Ihren Gesprächspartner und halten den Gesprächsfluss am Laufen. Treten Gesprächspausen auf, hilft es ruhig zu atmen, zu lächeln und erwartungsvoll aber nicht fordernd Ihr Gegenüber anzuschauen. Die Stille brechen Sie jedoch nicht.

Ihr Kommunikationspartner soll sich auf Ihre Inhalte konzentrieren können. Dabei ist eine eiserne Gesprächsdisziplin hilfreich. Reden Sie langsam und in einem ruhigen Tonfall. Bleiben Sie bei einem Thema und sprechen Sie nur so viel, wie es die Situation erfordert. Vermeiden Sie unkontrollierte Redeschwalle und lernen Sie, den Nutzen von Pausen zu erkennen.

Kunden und Lieferantengespräche

Ob schriftlich, telefonisch oder im direkten Gespräch, eine angemessene Kommunikation ist immer auch ein persönlicher Leistungsfaktor. Als Bestandteil der emotionalen Intelligenz ist hierfür ein gutes Einfühlungsvermögen von grundlegender Bedeutung. Dieses Potenzial wissen erfolgreiche Verkäufer anzuzapfen.

Sprache birgt ein hohes Identifikationspotential. Wenn Sie sich sprachlich in die Welt des Kunden begeben, reduzieren Sie damit die psychologische Distanz untereinander. Fremd- und Fachwörter zu übernehmen, bei Erklärungen weiter auszuholen und vorsichtig bei der Annahme von Vorkenntnissen zu sein, erleichtern diesen Schritt.

Gehen Sie jedoch vorsichtig bei der Mischung von Themengebieten vor. Der Eine mag im Vermischen privater und geschäftlicher Informationen eine willkommene Auflockerung sehen. Ein Anderer hingegen sieht darin das Eindringen in seine persönliche Schutzzone.

Schlimm wird es, wenn sich Kunden durch penetrante Verbalattacken in die Ecke gedrückt fühlen, wenn sie das Gefühl haben überredet, statt überzeugt zu werden. Selbst wenn es so zum Verkauf kommt, leidet Ihr Image und die Möglichkeit einer längeren Geschäftsbeziehung. Konzentrieren Sie sich lieber auf Argumente, die wichtig und interessant für Ihren Kunden sind. Deren geschickte Auswahl führt zum Abschluss und verwandelt Kunden in Stammkunden.

Gespräche unter ungleichen Partnern

Viele Gespräche starten auf unterschiedlichen Stufen. Dazu gehören Gespräche zwischen Eltern und Kindern, zwischen Lehrern und Schülern oder Gespräche zwischen einem Chef und seinen Angestellten. Die Art der Kommunikation zwischen ungleichen Partnern kann den Unterschied zwischen einem guten Selbstwertgefühl und einem Gefühl der Minderwertigkeit ausmachen.

Gespräche auf unterschiedlichen Ebenen werden hauptsächlich auf der Beziehungsebene wahrgenommen. Schnell wird aus einer Anweisung eine Zurechtweisung, die den Anschein einer verminderten Wertschätzung hat. Solche Probleme vermeiden Sie, wenn Sie lernen, den Beziehungsaspekt zu verstehen und zu berücksichtigen.

Fazit

Gespräche auf Augenhöhe helfen Beziehungen aufzubauen, die beide Seiten als hochwertig ansehen. Sie bilden den Grundstein langjähriger Geschäftsbeziehungen. Mit gegenseitigem Respekt fühlen sich Kinder verstanden, Lieferanten als Partner und Partner als Freunde.

 

Allgemein / 22. Dezember 2017

Ein Gerüst mit Mehrwert

Ein Gerüst mit Mehrwert – Hand in Hand zur Kostenreduktion

 

Ein Gerüst kann maßgeblich zur Zeit- und Kostenreduktion beitragen, wenn der Gerüstbauer umfassend in die bauliche Planung mit einbezogen ist. Auf erfreuliche Weise lernte das unser Auftraggeber kennen, der mit der Gleisbauerneuerung der Bahnstrecke Ottbergen-Lauenförde betraut war. Kluges Mitdenken bei der Gerüst-Montage ersparte dem Auftraggeber teure Nachtschicht-Zuschläge.

Eine Brücke mitten im Biotop

Die freie Natur stellt sich auf Baustellen in der Stadt nur selten dem Gerüst und dessen Aufbau entgegen. Die Brücke der Eisenbahnüberführung in Adelebsen liegt jedoch 15 Meter über einem naturbelassenen Biotop mit drei 18 Meter hohen Überbauten. Lediglich ein befestigter Radweg führt zu ihr.

Dass der Aufbau eines Schutzgerüstes an einem solchen Ort Schwierigkeiten bereiten würde, war unserem Auftraggeber schnell bewusst und so kalkulierte er zwei Wochen für den Aufbau ein und eine Woche für die Demontage. In Anbetracht der Tatsache, dass ein LKW das schwere Material nur von einer Seite aus anliefern konnte, ein durchaus realistischer Zeitrahmen.

53 Meter Brückenbauwerk mit Schutzgerüst

Unter den gesamten 53 Metern des Brückenbauwerkes benötigte unser Auftraggeber ein hängendes Schutzgerüst, das mit feuerfester Folie das darunterliegende Gelände vor Funkenflug und herunterfallendem Material schützte.

Die Arbeiten selbst waren als 2-Schichtbetrieb zu Tages- und Nachtzeiten geplant, um Beeinträchtigungen im Fahrplan der Bahn durch die Sperrpause so gering wie möglich zu halten. Wegen der begrenzten Liefermöglichkeiten und der langen Wege, auf denen das Gerüst-Material getragen werden musste, erhielt die Suche nach Aufbau-Alternativen hohe Priorität.

Unsere Lösung

Die Baubegehung vor Ort bestätigte den dichten Busch- und Baumbewuchs unter der Brücke. Doch gleichzeitig offenbarte sie auch eine weitere Option, auch wenn diese für uns spürbar teurer werden würde. Kurzes Durchkalkulieren später legten wir uns auf den aufwendigen Einsatz eines 40-Tonnen-Krans fest, der die Gerüstbau-Materialien direkt auf die Bahngleise heben sollte.

Am Ende errichteten wir so 80 Zentimeter unter dem Brückenbauwerk auf 4,5 Metern Breite und der vollen 53 Metern Länge das Schützgerüst, welches wir mit nichtbrennbarer Folie ganzflächig und fugendicht belegten. Die fachgerechte Entsorgung der Folien am Ende der Bauarbeiten übernahmen wir selbstverständlich auch.


Fazit

Der Einsatz des teuren und schweren Krans ersparte unseren Monteuren sehr viel Trage-Arbeit. Gleichzeitig verringerte sich damit die Zeit für den Gerüst-Aufbau und die Demontage auf zehn statt der geplanten 21 Tage. Die gewonnenen elf Tage nutzte unser Auftraggeber nur zu gerne, um vom teuren 2-Schichtbetrieb auf reinen Tagesschicht-Betrieb ohne Nachtzuschläge umzustellen.

Dieser Auftrag ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie mit fachgerechter Planung und partnerschaftlicher Kooperation auf Augenhöhe ein wertvoller Mehrwert für unsere Kunden entsteht.

Dirk Eckart