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Allgemein / 19. April 2021

Vom Dampfkraftwagen zur Legende

Dampfkraftwagen

Vom Dampfkraftwagen zur Legende – Kult-Marke MZ – Legende aus Sachsen 

Freiheit auf zwei Rädern oder Erfolgsrezept für die sächsische Wirtschaft? Egal von welcher Seite Sie die legendären Motorräder aus Zschopau bewundern, MZ ist einfach Kult. Was einst mit Haushaltsgeräten, Elektrotherapiegeräten und Dampfmaschinen-Zubehör begann, steht heute als Symbol für eine einzigartige Erfolgsgeschichte in Sachsen.

Als DKW zu MZ wurde

Ein Dampfkraftwagen zählt nicht für jeden als geeignetes Fortbewegungsmittel. Das hat Ende des 1. Weltkriegs auch die Firma DKW eingesehen. Erfinderisch wie Sachsen nun einmal sind, passte das Unternehmen die Abkürzung DKW an seine jeweilige Produktion an. Dem Akronym DKW für „Dampfkraftwagen“ folgte mit beginnender Spielzeugproduktion der Name „Des Knaben Wunsch“, gefolgt von „Das kleine Wunder“ für die 1-PS-Fahrrad-Hilfsmotoren.

Als jedoch die ersten Motorräder aus der Produktionshalle fuhren, merkte DKW schnell, dass von den neuen Zweirädern großes für Wirtschaft und Rennsport zu erwarten ist. Dennoch hielt das Unternehmen bis 1952 am Namen DKW fest, bis der neue VEB Motorradwerke Zschopau die beiden Buchstaben MZ vor ihre Modellnummern stellte. Eine Legende nahm ihren Anfang.

TS – Eine Legende erobert die Welt

Erste Rennsport-Erfolge in den 1920ern und die gelungene Massenproduktion der RT-Modelle („Reichstypen“) beflügelten das Zschopauer Unternehmen, seine Krafträder breitentauglich zu gestalten. Die Ingenieure aus Sachsen kreierten aus der Vorkriegsmaschine DKW RT 125 das erste Motorrad unter der Marke „MZ“. Ein wichtiger Erfolg für sächsische Wirtschaft, doch den echten Durchbruch erzielte erst die neuartige Telegabel.

Seit den 1960er Jahren haben ausschließlich Modelle mit Telegabel als Vorderradaufhängung eine Motorrad-Weltmeisterschaft gewonnen. MZ entwickelte daher in den 1970ern die TS-Baureihe (TS für Telegabel-Schwinge) und kreierte eine Legende. Mehr als 326.000 verkaufte Exemplare, Exporte in über 50 Länder und Testsieger über Yamaha, Harley-Davidson und Hercules (Sachs). Kein Wunder, dass Motorradfreunde noch heute feuchte Augen bekommen, wenn sie die Kult-Modelle aus Sachsen sehen.

Was die Wirtschaft vom MZ-Kult lernen kann

Die sächsische Wirtschaft soll wachsen, dafür setzen Unternehmer sich hochgesteckte Ziele. MZ ist heute eine Legende – nicht weil das Unternehmen mit dem Dampfkraftwagen auf das richtige Pferd gesetzt hat, sondern weil es auf die Wünsche seiner Kunden hört und Innovationen integriert.

Es braucht Mut, ein neues Unternehmen zu gründen. Es braucht Mut, von einem Pferd auf ein anderes umzusatteln. Vor allem aber braucht es Mut, auf Markt- und Kundenstimmen zu hören. MZ hat diesen Mut bewiesen und gezeigt, wie stark Sachsen in Deutschland, in Europa und in der ganzen Welt dasteht. Weltkriege, Demontage der Produktionsanlagen, Wirtschaftskrisen – alles nur Herausforderungen, die im Nebel der Firmen-Historie langsam verblassen. Was bleibt, sind die legendären MZ-Motorräder und der Kult um die TS-Maschinen.

Ihr Dirk Eckart

Allgemein / 8. Februar 2021

Depeche Mode

Depeche Mode

Depeche Mode – Kult-Band der 80iger Jahre, die meine Jugend prägte

Es muss schon eine „Strangelove“, eine seltsame Liebe zur Kult-Band der 80iger Jahre sein, wenn meine Lieblingsband von damals noch heute mein ständiger musikalischer Begleiter ist. Doch woran liegt es, dass der Kult meiner Jugend noch heute so relevant ist? Die Antwort liegt im Ausdruck der Sehnsüchte unserer Generation.

Ein Gefühl von Sehnsucht und Freiheit

Depeche Mode war und ist die Lieblingsband einer Generation, die sich keinem Regime, keiner Weltanschauung und keinem Trend unterwerfen wollte. Sie predigten in „People Are People“ gegen Krieg und Hass und für ein gemeinsames Miteinander – unabhängig von Hautfarbe oder Überzeugung. Sie mahnten uns, die Stille zu genießen, wo Worte nur verletzen.

Mit ihrem Ausdruck und ihrer Energie kamen sie bei der Jugend der 80iger Jahre an, sowohl in ihrer Heimat England, wie auch auf beiden Seiten der deutschen Mauer. Auch nach mehr als 30 Jahren finden ihre Texte bei Erwachsenen und Jugend Anklang, denn die Botschaften der 80iger Jahre sind so aktuell wie eh und je.

Anders als die anderen

Dass Depeche Mode schnell zur Lieblingsband einer ganzen Generation wurde, hat zum Teil mit ihrem Erscheinungsbild zu tun. Verbreiteten sich zuvor neue Songs hauptsächlich über das Radio, entdeckten Musiker der 80iger Jahre das Fernsehen für sich. Depeche Mode übernahmen den Titel eines bekannten Modemagazins, stylte sich aufwendig und widersetzte sich dem „Gammel-Look“ einer Punk-Generation. Sie waren eine Kult-Band zum hingucken und hinhören.

Mit diesem Mode-Konzept eroberte die Synthie-Pop-Band aus Essex schnell die heimischen Bildschirme und Herzen. 1988 luden DDR-Funktionäre die Band sogar zum FDJ-Geburtstag nach Ost-Berlin ein. So eine Ehrung konnten nur wenige westliche Musiker für sich verbuchen.

Musik aus dem Computer

Die Musik, die aus den Instrumenten von Dave Gahan, Martin Gore und Andrew Fletcher klang, war und ist ungewöhnlich. Computer verwandelten natürlichen Sound in einen außergewöhnlichen Elektro- oder Synthie-Pop, der sich stark von der bekannten Akustik abhob. Was meine Lieblingsband da produzierte, blieb im Ohr hängen. Ob ich bei der NVA in der Stube hockte oder mit Freunden in der Disko tanzte, stets begleiteten mich die elektronischen Töne und starken Texte.

Die Musik von Depeche Mode war und ist Kult, ein zeitloser Ausdruck von Emotionen und Erinnerungen. Noch heute steht die Band aus meiner Jugend ganz oben auf meiner Playlist bei Spotify und darf bei keiner Familienfeier fehlen. Depeche Mode ist mehr als „nur“ meine Lieblingsband. Sie ist wie ein unsichtbarer Freund, der mich in all den Jahren durch dick und dünn begleitet hat.

Ich bin der festen Überzeugung, dass wir uns häufig an die fröhlichen Zeiten in unserem Leben erinnern sollten. Lassen Sie schlechte Erinnerungen im Nebel des Vergessens verblassen und schauen Sie auf die positiven Zeiten wie ein Leuchtfeuer an den Gestaden unseres Lebens. Für mich ist eines dieser Höhepunkte meine Lieblingsband der 80iger Jahre.

Euer Dirk Eckart