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Allgemein / 24. Juli 2020

Von wegen Alter – Beruf und Karriere prägen unsere Persönlichkeit

Beruf und Karriere

Von wegen Alter – Beruf und Karriere prägen unsere Persönlichkeit

„Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an.“

Mit diesem Lied brach die Klagenfurter Schlagerlegende Udo Jürgens schon 1977 mit der festen Meinung, dass wir eine Veränderung in Persönlichkeit und Lebensstil nur in jungen Jahren erfahren. Wie sich herausstellte, lag er damit vollkommen richtig.

Charakterforschung auf Irrwegen

Noch vor kurzer Zeit wagte niemand an der gängigen Lehrmeinung zu rütteln, dass jegliche Veränderung in unserer Persönlichkeitsentwicklung innerhalb der ersten 30 Jahre abgeschlossen ist. Robert McCrae und Paul Costa, zwei renommierte Charakterforschungs-Pioniere, trafen in den 1980er Jahren die Annahme, dass sich unsere Persönlichkeit im Laufe des Lebens stabilisiere.

Ausbildung, Beruf, Karriere, Familie, Schicksalsschläge – all das hätte nur nachrangigen Einfluss, welche Charaktereigenschaften sich als dominant erwiesen. Viele Jahre vermuteten Wissenschaftler und Psychologen, dass wir unseren Genen ausgeliefert seien. Eine Veränderung unserer Persönlichkeit sei in späten Jahren nur in Ausnahmefällen möglich.

Langzeitstudie mit erstaunlichem Ergebnis

Seit mehr als 30 Jahre verfolgen Forscher der Humboldt-Universität Berlin die Entwicklung von rund 30.000 Personen. Jule Specht, Professorin für Persönlichkeitspsychologie wertet diese Daten aus und kam zu einer erstaunlichen Erkenntnis.

Selbst im Alter von 60 Jahren vollzieht jeder Fünfte noch einmal eine starke Veränderung in seiner Persönlichkeit. Eine Erkenntnis, die vor allem für ein lebenslanges Lernen von großer Bedeutung ist. Die Veränderung ist häufig so gravierend wie in der Pubertät, der Ausbildung oder im Beruf. Zudem zeigt die Studie, dass Beruf und Karriere stärkere Veränderungsfaktoren darstellen, als familiäre Ereignisse. Wer auf lebenslanges Lernen setzt und seinen Geist aktiv hält, hat bis ins hohe Alter gute Karten.

Ausbildung als Gelegenheit

Laut Jule Specht tritt die größte Persönlichkeitsentwicklung bei der Ausbildung und dem Eintritt in den Beruf ein. Abgeschlossen ist sie aber nie. In der Ausbildung sind junge Personen zum ersten Mal damit konfrontiert, soziale Erwartungen an ein bestimmtes Berufsbild zu erfüllen.

Angehende Berufsanfänger sind gut beraten, sich ihren künftigen Arbeitgeber genau auszusuchen. Die Unterstützung, die sie während der Ausbildung erhalten, wirkt sich stark auf die Veränderung der eigenen Persönlichkeit aus. Wer mitbestimmen darf und viele Weiterbildungsmöglichkeiten erhält, erzielt einen Gewinn für das Unternehmen und sich selbst.

Chancen schaffen durch lebenslanges Lernen

Viele Menschen nutzen Weiterbildungsmöglichkeiten im Beruf, um ihre Karriere voranzutreiben. Neben der Karriere sollten wir jedoch auch an unser privates Leben denken. Das Stichwort lautet: lebenslanges Lernen. Selbst mit 60 oder 70 Jahren ist es noch nicht zu spät, eine neue Sprache zu lernen, Musikunterricht zu nehmen oder ein neues Hobby zu beginnen.

Durch lebenslanges Lernen schaffen wir uns Chancen im Leben und erweitern unsere geistigen Fähigkeiten. Niemand weiß, welche Talente uns im hohen Alter einmal die größte Freude bereiten. Ob Sie als begabter Salsa-Tänzer die Damenwelt im Seniorenheim beeindrucken, Ihren Enkeln Computerkenntnisse beibringen oder ob Ihre handwerklichen Fähigkeiten in der ganzen Nachbarschaft gefragt sind – das liegt nur daran, wie viel Zeit sie für ein lebenslanges Lernen einplanen. Eines ist sicher: es ist nie zu spät, etwas Neues anzufangen.

Ihr Dirk Eckart

Allgemein / 12. Juni 2020

Gutes Benehmen

Gutes Benehmen

Gutes Benehmen im Beruf – wichtige Soft Skills für die Karriere

Schon bei der Erziehung bringen wir unseren Kindern Manieren bei. Wir zeigen ihnen, wie sie sich bei Tisch zu verhalten haben und wie ein respektvoller Umgang mit den Mitmenschen aussieht. Als Unternehmer im Gerüstbau weiß ich, dass diese Soft Skills im späteren Leben unbezahlbar sind, denn in Ausbildung und Beruf ist gutes Benehmen gefragter denn je.

Mehr als Etikette – die Geschichte des Benehmens

Als Adolph Freiherr Knigge 1788 sein berühmtes Werk „Über den Umgang mit Menschen“ verfasste, leitete er eine kleine Revolution ein. Knigge war ein Verfechter eines Verhaltens, das auf „Moral und Weltklugheit“ beruhte, anstatt auf nur der Form halber angebotenen Umgangsformen. Seine ethischen Benimmregeln heben sich noch heute von der Scheinwelt einer Etikette ab, die nur der offiziellen Förmlichkeit dient.

Eine Erziehung nach den Regeln von Knigge beruht auf Ehrlichkeit und Verständnis. Ein respektvoller Umgang mit den Kollegen, dem Chef oder den Angestellten hilft dabei, das Klima am Arbeitsplatz zu verbessern. Wer möchte nicht in einem Beruf arbeiten, wo sich alle gegenseitig unterstützen.

Vorteile für Ausbildung und Karriere

Gute Manieren sind für jeden das persönliche Aushängeschild, egal ob Sie diese in der Kantine an den Tag legen, beim Arbeitsessen mit potenziellen Kunden oder im Gespräch mit dem Chef. Mit guten Manieren demonstrieren Sie mehr als eine gehobene Erziehung – Sie zollen Ihrem Gegenüber Wertschätzung und Respekt.

Höflichkeit kommt an. Mit gebührlichem Benehmen steigen Ihr Ansehen, Ihre Chancen im Beruf und das Vertrauen in Ihre Fähigkeiten. Als Chef erkenne ich, dass ich Sie guten Gewissens zum Kundengespräch mitnehmen kann. Kollegen wissen, dass Sie Gefälligkeiten früher oder später zurückzahlen. Meine Angestellten sehen, dass ich den Mensch in ihnen wertschätze, nicht nur ihre Arbeitskraft. Kurzum, durch einen respektvollen Umgang erhöhen Sie Ihre Chancen im Beruf, sei es für die Übernahme nach der Ausbildung oder beim Erklimmen der Karriere-Leiter.

Charakterstärke und Selbstvertrauen

Hinzu kommt, dass das Benehmen, das wir unseren Kindern während der Erziehung beibringen, einen großen Einfluss auf den Charakter hat. Wer sicher im höflichen Umgang mit seinen Mitmenschen ist, gewinnt Selbstvertrauen und Charakterstärke. Unsere eigene Erziehung ist die Ausbildung zum „Mensch-Sein“, mit wir uns Hochachtung und Anerkennung erarbeiten. Solch gefragte Soft Skills helfen, in Ausbildung und Karriere aus der Masse herauszuragen.

Wer Unsicherheit im Umgang mit seinen Mitmenschen verspürt, der ist gut beraten, seine Benimmregeln auf den Prüfstand zu stellen. Auffrischungskurse für Umgangsformen, Business-Knigge-Seminare und Benimm-Kurse für verschiedene Zielgruppen finden Sie überall im Internet. Vieles spricht dafür, seiner Karriere ein wenig unter die Arme zu greifen und mit frisch gestärktem Selbstbewusstsein ein neues Lebensgefühl zu genießen.

Fazit

Umgangsformen sind wieder gefragt. Sie eröffnen berufliche Chancen, wirken sich positiv auf das Arbeitsklima aus und demonstrieren Selbstbewusstsein. Doch das Beste daran ist: gutes Benehmen ist erlernbar.

Ihr Dirk Eckart

Allgemein / 1. Juni 2019

Meine Familie – Rückgrat, Herz und Liebe meines Lebens

„Das Erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das Letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das Kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie.“

Was Gesellenvater Adolph Kolping bereits im 19. Jahrhundert erkannte, erlebe ich täglich aufs Neue, durch meine Frau, meine Tochter und meinen Sohn. Mit ihnen an der Seite habe ich die Energie, die Geschicke des Lebens und alle Herausforderungen im Beruf erfolgreich zu bewältigen. Sie sind der Rückhalt, den kein Geld der Erde ersetzen kann.

Die Leidenschaft, die Leiden schafft

Geboren am 10.01.1967 begann ich meinen beruflichen Werdegang als Baufacharbeiter und bin seit dem 18. Lebensjahr Gerüstbauer aus Leidenschaft. Jene Hingabe zu dieser oft anstrengenden Tätigkeit bestimmte die Höhen und Tiefen in meinem Leben wie kaum ein anderer Einfluss.

2001 übernahm ich als Geschäftsführer und Gesellschafter die Gemeinhardt Gerüstbau Service GmbH und lud mir damit mehr Arbeit auf, als ich zu diesem Zeitpunkt erahnen konnte. Erst mit den Jahren erlernte ich die Fähigkeiten und Kenntnisse, die ein erfolgreicher Unternehmer mitbringen sollte. Das führte so weit, dass ich 2010 nur knapp an einer Insolvenz vorbei rutschte, mit 500.000 Euro unbezahlter Rechnungen und einem gewaltigen Stresslevel.

Die berufliche Krise konnte ich überstehen und die Firma zusammen mit meinem treuen Geschäftspartner Walter Stuber langsam wieder auf den Erfolgskurs zurücksteuern. Meine Gesundheit blieb jedoch als Spätfolge des Stresses ein Opfer der schwierigen Zeiten, sodass ich 2014 am offenen Herzen operiert werden musste.

Aufstieg und Rückhalt

Die großen beruflichen Herausforderungen und die gesundheitlichen Tiefschläge haben aber etwas in mir bewegt. Ich habe in den schwierigen Zeiten erkannt, was im Leben wirklich zählt und wie groß die Liebe ist, die mir meine Frau und Kinder entgegenbringen. Sie haben in mir den Mut und die Begeisterung für das Leben entfacht, die ich anders vielleicht nie kennengelernt hätte.

Mit dem Wissen um die eigenen Grenzen lernte ich, dass Selbstständigkeit niemals gleichbedeutend sein darf mit dem Verlangen, alles ständig selbst machen zu wollen. Sich auf die Fähigkeiten anderer zu verlassen ist kein Zeichen der Schwäche, sondern der Stärke. Eine Einsicht, die jeder Unternehmer erkennen sollte.

Manchmal brauchen wir jemanden in unserem Leben oder unserem Beruf, der uns Mut zuspricht. Diese Erkenntnis war für mich und meinen Geschäftspartner Walter Stuber auch der Grund, 2017 unser erstes Buch „Mutmacher 1 – Das Praxishandbuch zwei verrückter Unternehmer“ herauszubringen.

Glück und Zufriedenheit als Ergebnis der schwierigen Zeiten

Mit meiner Frau Ulrike bin ich 10 Jahre lang gemeinsam in dieselbe Schulklasse gegangen und seit dem 17. Lebensjahr in einer Beziehung. Sie arbeitet seit 2013 mit mir zusammen im Unternehmen, verantwortlich für Personal und Einkauf. Im Jahr 2018 haben wir auf dem Pariser Eiffelturm auf unseren 25. Hochzeitstag angestoßen. All die Jahre, zwischen niederschmetternden Herausforderungen und Momenten des höchsten Glücks, haben unsere Liebe und Leidenschaft füreinander mit jedem Tag wachsen lassen.

Mit Stolz blicke ich auf meine beiden Kinder, die meine Frau so unermüdlich zu guten Menschen erzogen hat. Unsere Tochter Suse, die ihr Bachelorstudium erfolgreich als Medientechnikerin abgeschlossen hat, arbeitet seit August 2018 selbstständig in ihrer eigenen Firma objektivbetrachtet. Unser Sohn Hannes macht derzeit sein Abitur und wird voraussichtlich ab Oktober 2019 Bauwesen in Leipzig studieren. Damit stehen ihm die Türen offen, eines Tages meine Nachfolge anzutreten, wenn er dies möchte.

Dirk Eckart