LAUTSTÄRKE IST KEINE KOMPETENZ: WARUM WIR WIEDER MEHR AUF SUBSTANZ SETZEN MÜSSEN
Wir leben derzeit in einer Welt, in der die Lautstärke häufig der Schlüssel zur Aufmerksamkeit ist. Ob in politischen Diskussionen, sozialen Medien oder sogar in Unternehmen – es scheint, als würde die Fähigkeit, laut zu sein , oft wichtiger wahrgenommen als echte Kompetenz. Diese Entwicklung ist beunruhigend, denn sie birgt die Gefahr, dass Substanz und nachhaltige Werte auf der Strecke bleiben, während Show und Oberflächlichkeit zunehmend das Ruder übernehmen. Doch genau hier müssen wir den Kurs ändern: Argumente und Leistung müssen wieder lauter sprechen als bloße Lautstärke und Provokation.
Lautstärke gewinnt an Raum – und nicht immer zum Guten
Die Tendenz ist klar erkennbar. Wer am lautesten ist, wer am eindrücklichsten auftritt oder wer die meiste Aufmerksamkeit für sich beansprucht, wird gehört. Das ist per se nicht schlecht – starke Meinungen sind wichtig, und klare Worte können viel bewegen. Aber je lauter diese Worte werden, desto größer ist oft die Gefahr, dass Substanz und Vernunft in den Hintergrund rücken. Statt einer respektvollen Diskussion beobachten wir zunehmend hitzige Wortgefechte, die den eigentlichen Kern eines Themas verfehlen.
Eine Kultur geprägt von Show und Lautstärke
Diese Dynamik ist längst in Unternehmen und Organisationen angekommen. Hier erleben wir mitunter, dass Empörung und Hochstapelei mehr Anklang finden als harte Arbeit und durchdachte Beiträge. Egal ob es um Meetings, Entscheidungsfindungen oder Konflikte geht – immer häufiger sieht man, dass diejenigen bevorzugt werden, die laut und impulsiv auftreten , selbst wenn ihre Inhalte dünn sind. Was passiert? Mitarbeitende lernen schnell, dass Lautstärke belohnt wird. Sachlichkeit und Leistung scheinen dagegen weniger Aufmerksamkeit zu erhalten. Wenn dies zu einem festen Bestandteil der Unternehmenskultur wird, hat das entscheidende Folgen:
- Verlust von Effizienz: Wichtige Diskussionen drehen sich im Kreis und landen bei oberflächlichen Meinungen, statt Lösungen zu entwickeln.
- Unsicherheit im Team: Mitarbeitende, die fachlich kompetent, aber zurückhaltend sind, ziehen sich zurück und werden überhört.
- Hohe Fluktuation: Die besten Köpfe verlassen das Unternehmen, wenn sie spüren, dass ihre Leistungen nicht gewürdigt werden und sie keinen Raum finden, sich angemessen einzubringen.
Warum Substanz wieder im Mittelpunkt stehen muss
Die Lösung? Der Weg zurück zu den wichtigen Werten , die echte Leistung und nachhaltiges Wachstum fördern. Unternehmen müssen eine Kultur etablieren, in der Kompetenz, Argumentation und Verantwortungsübernahme mehr zählen als Provokation und Show. Das bedeutet:
- Führungspersönlichkeiten, die zuhören statt übertönen: Der Schlüssel liegt darin, Räume zu schaffen, in denen jede Stimme gehört wird – egal ob laut oder leise. Präsentationen, Beiträge und Meinungen sollten nach ihrer Qualität bewertet werden, nicht nach ihrer Lautstärke.
- Eine Kultur der Sachlichkeit: Emotionen sind wichtig, aber sie dürfen Argumente nicht überlagern. Gute Entscheidungen basieren auf Fakten und throughdachten Diskussionen, nicht auf spontaner Empörung.
- Leistung belohnen: Aufmerksamkeit sollte dort hingehen, wo echtes Engagement oder innovative Lösungen entstehen, unabhängig von der Persönlichkeit oder Lautstärke der Person dahinter.
Langfristige Konsequenzen bei einem Stillstand
Der Verlust von Substanz ist keine Kleinigkeit. Unternehmen, die diesen Wandel nicht aktiv gestalten, laufen Gefahr, ihre Vernunft zu verlieren – und genau das passiert derzeit zunehmend auch in unserer Gesellschaft. Wenn die lautesten Stimmen die Richtung vorgeben, leidet auf Dauer die Qualität der Entscheidungen. Das zu verhindern, ist dringend notwendig – für die Wirtschaft genauso wie für die Gesellschaft.
Fazit: Wir brauchen Kompetenz und Haltung
Die schnelle Entwicklung unserer Zeit fordert uns alle heraus, doch genau deshalb ist es so wichtig, sich auf das Wesentliche zu besinnen: Kompetenz, Sachlichkeit, und Werte sind die Grundlage für eine nachhaltige Führung und Zusammenarbeit. Wenn wir den Fokus auf diese Aspekte legen, schaffen wir nicht nur stärkere Unternehmen , sondern eine stärkere Gesellschaft . Es erfordert Mut, Lautstärke nicht mit Stärke zu verwechseln – aber genau dieser Wandel ist notwendig, um wirklich langfristige Lösungen zu entwickeln.
Wie erlebt ihr diese Entwicklung? Habt ihr ähnliche Erfahrungen gemacht oder Beispiele für Unternehmen, die Substanz wieder in den Mittelpunkt stellen? Ich bin gespannt auf eure Gedanken und freue mich auf eure Kommentare! Teilt diesen Beitrag gern, wenn euch das Thema am Herzen liegt.
Mit vielen Grüßen und immer gut gerüstet,
Euer Dirk Eckart