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Allgemein / 19. Juli 2021

Opa werden ist nicht schwer-Opa sein dagegen sehr

Hand mit Fingerpuppen

Juchhu, ich werde Opa 

Es ist Frühling in der Familie Eckart, denn an unserm Stammbaum wächst ein neuer Zweig heran. Mit 54 Jahren fühlen Ulrike und ich uns beinahe noch zu jung, um uns als Großeltern zu sehen. Es heißt, Kinder machen 10 Jahre jünger und Enkel sogar 20. Mit meinen beiden eigenen Kindern und bald einem Enkelkind bleibt mir nur ein verschmitztes Lächeln aufzusetzen und zu rufen: Pubertät, ich bin zurück. 

Freude und Zusammenhalt 

Momentan sind mein Stolz und meine Freude so überwältigend, dass ich kaum noch an etwas anderes denken möchte. Der Zusammenhalt in der Familie war uns immer wichtig und wir freuen uns darauf, als Großeltern unserem Enkel oder unserer Enkelin diesen Zusammenhalt zu vermitteln. 

Gerade mal etwas mehr als ein Jahr ist es her, dass unsere Tochter ihrem Mann  das Jawort gab und so ihre Beziehung in eine Familie verwandelte. Bald schon werden die beiden das Gefühl kennenlernen, wenn sich Großeltern und Enkel verbünden, um die elterliche Autorität zu untergraben. 

Ein neuer Blickwinkel auf die Familie 

Auf einmal Großeltern zu werden, ist ein seltsames Gefühl. Den vertrauten Zusammenhalt zwischen meinen Kindern und mir habe ich längst als selbstverständlich wahrgenommen. Jetzt erlebe ich die Dankbarkeit darüber von neuem und schätze mich glücklich, die nächste Generation der Eckarts kennenlernen zu dürfen. 

Ich erkenne, was Adolph Kolping mit seinen Worten meinte: „Das erste, das der Mensch im Leben vorfindet, das letzte, wonach er die Hand ausstreckt, das kostbarste, was er im Leben besitzt, ist die Familie.“ Mit unserem Enkelkind wächst der Wert dessen, was das Leben so lebenswert macht. Selbst ein bisschen Babygeschrei in der Nacht kann das nicht mindern – zumindest im Nachhinein betrachtet. 

Die große Verantwortung der Großeltern 

Bis zur Geburt rund um Mitte Juli muss ich mir noch eine wichtige Frage beantworten: Welche Art von Opa möchte ich sein? Geht es mir um den Zusammenhalt, damit mein Enkelkind immer einen Verbündeten an der Seite hat, auch gegen die Eltern? Will ich der „alte“ Lehrmeister sein, der dem Enkelkind Laufen, Schwimmen und Motorradfahren beibringt? Oder wollen wir die „verrückten“ Großeltern sein, die mit originellen Ideen immer wieder zum Lachen animieren? 

Noch habe ich keine Antwort auf diese Frage. Zurzeit freue ich mich zu sehr über einen jungen Zuhörer, der vor meinen lustigen Geschichten noch nicht weglaufen kann. Ich werde mich jedenfalls anstrengen, meinem Enkelkind ein positives Vorbild zu sein. Wenn Nietzsche recht hatte und wir vielmehr das Kind unserer vier Großeltern sind, als das unserer Eltern, dann kommt eine große Verantwortung auf mich zu. Und darauf freue ich mich schon riesig. 

Euer Dirk Eckart